Am Freitag brodelte es gewaltig im Berner Bierhübeli. Das Finale des Waldbühne Live Contests stand auf dem Programm. Dort gaben Nachwuchsbands und -Künstler alles, um eines der begehrten Tickets zu ergattern und am diesjährigen Gurtenfestival, welches vom 11 bis 14. Juli stattfindet, die Waldbühne, die kleinste der drei Bühnen, rocken zu können. 

Einer der acht Finalisten war Luca Lang alias Pato aus Solothurn. Am Gurtenfestival selbst war der 18-Jährige noch nie, von der Waldbühne hat er noch nie etwas gehört. Sein DJ war im Januar im Internet auf die Ausschreibung gestossen. Der Plan lautete: Die Leute mobilisieren, um es im Voting unter die ersten 20 zu schaffen und vielleicht von der Jury entdeckt und ins Finale befördert zu werden. Es lief aber anders als gedacht. Pato landete auf Platz 2 – von insgesamt 213 Bewerbern. Auf die Gunst der Jury war er zu diesem Zeitpunkt gar nicht angewiesen. 

Die ersten drei des Votings landen jeweils automatisch im Finale. Sie dürfen zusammen mit den fünf, von einer Jury ausgesuchten Bands live vor Publikum performen. 20 Minuten kriegt jede Band, um dem Publikum und der Jury zu zeigen, was sie kann. 

Spontane Einlage

Im diesjährigen Finale des Waldbühne Live Contests trat Pato samt DJ, Backup-Rapper und drei Backgroundsängerinnen als sechste auf die Bierhübeli-Bühne. «Wir haben uns sehr gut überlegt, was wir spielen, denn wir wollten all unsere Stärken ausspielen», sagt der Rapper. «Weil der ‹Umeligerblues› am Massentauglichsten ist, haben wir damit begonnen.» 

Der Startsong war gut gewählt. In der Mitte der zweiten Strophe war aber plötzlich die Musik weg, nur noch das Mikrophon lief. Pato liess sich nicht aus dem Konzept bringen, rappte einfach weiter und forderte die Leute auf, ihm einen Beat zu klatschen. So konnte er die Pause überbrücken, bis die Technik wieder lief. «Manche Leute hatten den Eindruck, dass alles extra war», lacht er. 

Doch mit der einen Panne war es nicht genug. Später kam es erneut zu einem Stromausfall. Pato rappte zwei weitere Texte. «Deshalb überzogen wir die erlaubten 20 Minuten ein wenig.» Abzug gabs dafür aber nicht. «Schlussendlich brachte es uns wohl ein grosser Bonus, dass wir die Show durchgezogen haben», vermutet Pato.

Mit «Rap für mi» und «Umeligerblues» gab die sechsköpfige Gruppe zwei Songs vom Album «Es Stück vom Chueche», welches im Sommer 2017 herausgegeben wurde, zum Besten. Daneben wurden mit «Was machsch du?», «Stadt ider Nacht» und «Freie Kubaner» drei neue Lieder performt.

Beim letzten Lied «Freie Kubaner» sei unglaublich gefeiert worden im Saal, schwärmt Pato. Der Solothurner Act bekam viel Unterstützung aus der Heimatstadt. 70 bis 80 Leute seien nach Bern angereist. Sie alle hätten richtig Stimmung gemacht. Die energiegeladene Show überzeugte. 

Pato wird am Samstag, 14. Juli 2018, auf der Waldbühne auftreten. Auch Ayu, Bell Baronets und Wintershome haben sich ein «Ticket to Rock» ergattert. Der Kantischüler, der kurz vor dem Gurtenfestival seinen 19. Geburtstag feiern wird, hat keine Ahnung, wie der Auftritt rauskommen wird und wie viele Zuschauer das Konzert mitverfolgen werden. Die Band gibt sich aber hochmotiviert, auch am Gurtenfestival eine super Show hinzulegen.

«Alleine, dass man am Gurtenfestival dabei ist, öffnet einem Türen», so Luca Lang. «Das Ganze ist eine riesige Chance für mich.» Seit Freitag hätte er schon einige Anfragen für Projekte erhalten – spruchreif sei allerdings noch nichts.

Pato - Umeligerblues

Pato - Umeligerblues

Pato - Es Stück vom Chueche

Pato - Es Stück vom Chueche