Stadtbummel

Eine Bo(o)tschaft fürs nächste Jahr?

Wie gelangt das Ruderboot in den Park?

Wie gelangt das Ruderboot in den Park?

Bei allen Blickfängen, die Solothurn als fruchtbarer Boden für Kunst im öffentlichen Raum zu bieten hat: So etwas ward am Fusse des Weissenstein noch selten gesehen. Ein Ruderboot hat «angelegt», gleich neben dem Vorstädter «Griech» im Kreuzackerpark. Besser gesagt, es ist gestrandet. Und mit «gleich neben» ist «gleich neben» gemeint und nicht einige Schritte weiter beim Bootshafen.

Welche Klabautermänner haben das Vehikel soweit an Land gezogen? Ist es gar der kleine Nachfolger des «Fliegenden Holländers»? Oder wurde es von einer mächtigen, einzelnen Aarewelle wundersam über den Kreuzackerquai geschleudert?

Zurück zur Kunst und zu den Inhalten, die sie vermittelt: Ist das Gefährt eine Bo(o)tschaft zur Thematik des Klimawandels, der schmelzenden Polkappen und des steigenden Meeresspiegels, auf die man sich einstellen sollte? Deutet das unbemannte Steuer gar auf die Orientierungslosigkeit hin? Oder auf die Tatsache, dass Solothurn ab 2021 einen neuen Steuermann, eine neue Steuerfrau braucht? Ist es vielleicht eine künstlerische Provokation, ein Aufruf zum Wildparkieren? Und falls noch keine Parkbusse am Bug angeheftet ist: Hat das Ding eine Baugenehmigung?

Vielleicht handelt es sich auch um den Ansatz eines neuen Spielplatzes, von denen Solothurn einige nötig hat. Oder ein Fahrsimulator der hiesigen Bootsfahrschulen? Vielleicht ist es auch ein erlebnisgastronomisches Experiment, ein Separée für Wasserratten, die für ihr Mahl auch das garstige Wetter nicht scheuen.

Vielleicht steht das Boot einfach auch für Wünsche oder Vorsätze fürs neue Jahr. Der Vorsatz, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und seine Ziele mit Bedacht anzusteuern. Oder der Wunsch, nicht aufzulaufen, nicht auf dem Trockenen zu landen. Ganz sicher wünscht es uns vor allem eines: Eine gute Fahrt ins 2020 und stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

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