Die Polarnacht ist nicht nur dunkel. Sie ist schwarz. Diese Erfahrung machte der Fotograf Thomas Kneubühler auf einem kanadischen Militärstützpunkt am 82 nördlichen Breitengrad. Diesem Ort – dem nördlichsten aller dauerhaft besiedelten Orte –  setzt der gebürtige Solothurner auch das Publikum der Filmtage aus, zumindest auf der Leinwand.

In seinem knapp vierminütigen Kurzfilm «Days in Nights» zeigt er diese Dunkelheit, während die Off-Stimme einer Bewohnerin schildert, dass nicht einmal der Sternenhimmel zu sehen sind: «Nur die grossen, aber das sind ja Planeten.» Sie erzählt, wie man sich an die Polarnacht gewöhnt und schliesslich den ängstlichen Neulingen Mut machen kann: «Keine Sorge. Du wirst drüberwegkommen.»

Und so weicht die Dunkelheit auch im Bild nach und nach der Dämmerung. Eine Schneewüste und einige Markierungspfosten werden sichtbar, erste Sterne blitzen auf. Es ist dies eine Dämmerung, die vom Ende der Polarnacht zeugen könnte, aber auch im Auge stattfindet, das sich ans Unwirtliche gewöhnt hat. 

Days in Night, 2013 from Thomas Kneubühler on Vimeo.

(Quelle: vimeo/Kneubühler)

Der Kurzfilm «Days in Nights» von Thomas Kneubühler