Stadtbummel

Ein Hauch von Christo an einigen Ecken

Beim Frmziskandertor wird gebaut. (Archivbild)

Beim Frmziskandertor wird gebaut. (Archivbild)

Weilt Verpackungskünstler Christo in unserer Stadt? Fast könnte man es meinen - wiewohl er noch anspruchsvoller und spannender verhüllt als unsere hiesigen Gerüstbauer und andere Bauleute. Damit sei jedoch deren Tätigkeit nicht abgewertet. Sie verstecken Gebäude hinter Verhüllungen, auf dass wir uns nach deren Enthüllung nicht zu verstecken brauchen. Die Rede ist hier von einigen durchaus imposanten Renovationen.

Wir haben Herbst; trotzdem wird vieles neu oder zumindest renoviert in unserem Städtchen. Man denke da nur an den Franziskanerhof und insbesondere auch an die Innenseite des Franziskanertors. Dort wurde in Trompe-L’oeuil-Manier ein Steingewände samt Torbogen aufgemalt. Ob einem das gefällt, hängt wie schon so oft, wohl vom dran Gewöhnen ab. Aber der innenstadtseitige Aspekt wurde auch auf den gesamten Franziskanerhof, wo heute die Staatsanwaltschaft zu Hause ist, abgestimmt. Und so steht denn dort, aus Stein gehauen von Hans Borer und aufgefrischt von Alois Herger unser letzter Franziskanerpater Bruder Franz Ludwig Studer in hübscher, begrünter Umgebung. Das war sich der Pater nicht gewöhnt. Er musste von der Feser-Stiftung aus den tristen Tiefen des Kosthauskellers - jetzt eben Staatsanwaltschaft - herauf geholt werden. Der Franziskanerhof ist so ein ruhiger, stimmiger Platz geworden, der zu kurzem Verweilen einlädt. Ein Besuch bei Pater Franz lohnt sich allemal.

Die Franziskanerkirche will auch nicht zurückstehen in diesem «Wettbewerb» und bringt ihre Westfassade auf Vordermann. Und der Kanton macht an weiteren Orten flott mit in Sachen Auffrischung, Verschönerung. Das Kreiskommando neben dem Baseltor erhält ein neues Outfit, so wie auch das Amthaus 1 zu alter Schönheit zurückgefunden hat. Ist der gleichnamige Platz dadurch schöner geworden? Am Schluss behalten die alten Römer Recht: Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten.

Ausgepackt und säuberlich dargetan wurden gestern auch schon wieder hunderte Werke in Peter Lukas Meiers mittlerweile 20-jährigem Kunstsupermarkt. Viel Erstaunliches, Überraschendes, Fremdes, Bekanntes ist zu entdecken. Die Rothushalle wird bis in den Januar hinein zum Anziehungspunkt - es lohnt sich, gründlich hinzuschauen.

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