«Die Menge der abgegebenen Kleider hat uns schier überwältigt», erzählen die Organisatorinnen Stefanie Pargätzi und Pia Sutter über die Warenannahme, die am letzten Mittwoch stattfand. Knapp 90 Haushalte haben ihre nicht mehr gebrauchten Kleider, Spiele, Fahrzeuge und sonstige Kinder- oder Babyartikel in der Vorstadt für die Kinderwarenbörse abgegeben.

Noch überwältigender sei die Reaktion von weiteren Frauen gewesen, die angesichts der Fülle der abgegebenen Ware, spontan ihre Dienste als Helferinnen angeboten und beim Ordnen der Ware geholfen haben.

Holpriger Start

Dabei sah der Start der Kinderwarenbörse Vorstadt nicht so rosig aus. Stefanie Pargätzi und Pia Sutter kennen die Arbeit in Börsen aus freiwilligen Einsätzen. «Die Leute sprachen uns darauf an, wieso die sonst üblichen Dorfbörsen nicht in der Stadt umgesetzt werden.» Die Nachfrage einer Kleiderbörse in der Stadt war da, mit der Rothus-Halle der Verkaufsort.

Die hauptberuflich als Grafikerin tätige Stefanie Pargätzi entwarf das Logo mit dem blauen Krokodil, eine Hommage an die Kinderbande Vorstadtkrokodile bekannt aus Literatur und Film. Geworben wurde hauptsächlich mit Flyern und auf den sozialen Netzwerken. Bis Januar seien die Anmeldungen eher spärlich gewesen. «Wir hatten schon befürchtet, das Ganze absagen zu müssen», gestehen die Pargätzi und Sutter. Mitte Februar habe es dann einen Anmeldeschub gegeben.

Die zwei stöckige Rothus-Halle war am Freitag, dem zweiten Tag der Börse, vereinzelt besucht. Im Erdgeschoss sind der Grössen nach sortierte Kleider, verschiedene Kinderwagen, Fahrzeuge sowie ein Kaffee- und Kuchentresen mit Stehtischen zu finden. Es sind diverse Flyer für Newsletteranmeldungen und Verbesserungsvorschläge ausgelegt.

Im Obergeschoss sind noch mehr Kleider, Schuhe und Spiele. Beim Stöbern erzählt eine Kundin: «Ich finde es angenehm, dass kein Gedränge herrscht und ich mich in Ruhe umschauen kann.» Ein Vater ist mit seiner 13-monatigen Tochter da: «Meine Frau hat mir nahegelegt an die Börse zu gehen», erklärt er. «Beim Einkauf bin aber ich frei», fügt er schmunzelnd hinzu.

Ein anderes Konzept

Anfangs März fand die Börse im Landhaus statt, organisiert vom Familienverein Solothurn. «Wir sehen uns nicht als Konkurrenten, da unsere Konzepte verschieden sind», erklären Stefanie Pargätzi und Pia Sutter. Während die einzelnen Stände an der Börse im Landhaus von Familien betrieben werden und die Preise nicht immer definiert sind, wird in der Vorstadt der Verkauf während dreier Tage durch die Organisatorinnen geregelt.

Zudem wird die Ware, die nicht abgeholt wird, einer gemeinnützigen Organisation gespendet. «Den Familien war es wichtig, ein Hilfsprojekt in der Schweiz zu unterstützen. Wir haben schon erste Kontakte in diese Richtung», so Stefanie Pargätzi. Es sei jedoch schwierig Hilfsprojekte für die Schweiz ausfindig zu machen, die an Kinderwaren interessiert seien. Die drei Verkaufstage haben die Erwartungen von Stefanie Pargätzi und Pia Sutter übertroffen. «Wir werden im Herbst wiederkommen.»