Solothurn

Die Vorstadtchilbi wurde genussvoll Revue passiert

St.-Margrithen-Vorstand (v.l.): neuer Cancellarius Rolf Jenni, Säckelmeister Sacha Bärtschiger, Alt-Obmann Franz Gamper, neu gewählter Obmann Patrick Schwaller, Weibel Peter Neuenschwander.

St.-Margrithen-Vorstand (v.l.): neuer Cancellarius Rolf Jenni, Säckelmeister Sacha Bärtschiger, Alt-Obmann Franz Gamper, neu gewählter Obmann Patrick Schwaller, Weibel Peter Neuenschwander.

Patrick Schwaller wurde bei der «Sauren Leber» zum neuen Obmann der St. Margrithenbrüder gekürt.

Es ist ein Ritual mit langer Tradition: Am Montag nach der Vorstädterchilbi finden sich die St. Margrithenbrüder im Saal des Alten Spitals ein, um ihre Generalversammlung abzuhalten. «Saure Leber» heisst sie, weil als traditionelles Gericht seit eh und je saure Leber gereicht wird - und nicht etwa, um Folgen des vormittäglichen Besuchs in den Vorstadttavernen oder gar Spätfolgen des Chilbisonntags zu diagnostizieren.

Viele der Brüder binden sich Essmäntelchen um, denn sie kennen die Tücken besonders auch des Kuttelverzehrs, der an die Leber anschliesst.

Patrick Schwaller folgt auf Franz Gamper

Franz Gamper, von 2003 bis 2005 Revisor, dann bis 2011 Cancellarius und seither Obmann der Bruderschaft, hat anlässlich der Generalversammlung demissioniert. Während seiner Zeit im Vorstand sind markante Neuerungen erfolgt wie die Gründung des Vereins der Freunde der Alten Spitalkirche oder die auf Anregung von Urs Altermatt initiierte (Wieder-)Einführung des Chriesistei-Spöize. Nicht zu vergessen die denkwürdigen Teilnahmen an Sechseläuten und Olma. Franz Gamper wurde unter tosendem Applaus zum Ehrenbruder und Träger des Ehrenbechers ernannt.

In einem einzigen Wahlgang wurde Patrick Schwaller einstimmig und ebenfalls mit Standing Ovation zu Gampers Nachfolger gewählt. Er seinerseits wird als Cancellarius ersetzt durch Rolf Jenni, bisherigem Revisor. Im Vorstand verbleiben Sacha Bärtschiger als Säckelmeister und Peter Neuenschwander als Weibel.

Weitere Chargierte sind Fabio Steiner (Fähnrich), Christoph Zeltner (Venner), Daniel Ritschard (Bieter), Rudolf Emch (Bräntenmann) und Gaudenz Oetterli sowie Daniel Wälti (Revisoren).

Gehaltvolle, rassige Saure Leber

Auch musikalische Anteile fehlen an der «Sauren Leber» nie. Sie wird begleitet von der Chilbikapelle Gebrüder Reber, und die Brüder singen gemeinsam das Bruderschaftslied und die drei wichtigsten Strophen aus Carl Enzmanns Solothurnerlied: Die Eingangsstrophe, dann die mit den frommen Bruderschaften drin und zum Schluss die letzte Strophe vom heimwehgeplagten Solothurner, der am Abend und im Traum die St. Ursenglocken hört.

Mario Ursprung brachte den Brüdern als Spezialgast Geschichte und Wesen des Solothurnerliedes und dessen Dichter Carl Robert Enzmann näher und führte auf dem Klavier vor, wie es bei bekannten Komponisten und Musikern, von Bach über Mozart und Beethoven bis John Lennon hätte tönen können. Seine exzellente Darbietung wurde mit lang anhaltendem Applaus verdankt.

Eines professionellen Kabaretts würdig gewesen wären auch Rechnungsablage und Revisorenbericht von Säckelmeister Sacha Bärtschiger und Gaudenz Oetterli sowie Rolf Jenni. Die Rechnung, ausweisend einen Gewinn von 1030 Franken und ein Vermögen von 35'623 Franken, wurde gutgeheissen. Finanzielle Sorgen bereitet der Bruderschaft der Unterhalt der Spitalkirche (Bruderschaftskirche), die von einer Stiftung getragen wird. Nach Abhilfe wird schon gesucht, berichteten Stiftungsratspräsident Peter Schnider und Peter Probst, Präsident des Vereins Freunde der Alten Spitalkirche.

Lebhafter Ausklang mit Chriesistei-Spöize

Zelebrant Ernst Eggenschwiler und Festredner Niklas Raggenbass liessen die Chilbi in humorvollen wie auch tiefschürfenden, ergreifenden Worten Revue passieren und erhielten dafür von Herzen kommenden Applaus. Das nach Schluss der Versammlung folgende Chriesistei-Spöize gewann mit 10,7 Metern Fähnrich Fabio Steiner vor Andy Zaugg (10,6 Meter) und Rolf Jenni (9,6 Meter).

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