Wengibrücke

Die uralte Solothurner Verkehrsachse ist ein Flickwerk und muss ersetzt werden

Schon im Mittelalter ging ohne Wengibrücke in Solothurn nichts mehr. Das hat sich zwar mit der Westumfahrung geändert, trotzdem muss sie in wenigen Jahren ersetzt werden. 1930 wurde die aus dem 19. Jahrhundert stammende Stahlbrücke verbreitert.

Das genaue Alter der Wengibrücke ist nicht datierbar, fest steht nur, dass sie bereits im Mittelalter die Lebensader für die zweiteilige Stadt an der Aare gewesen ist. Die Brücke auf Holzjochen war immer wieder durch Hochwasser oder gar Eisgang(!) gefährdet, um 1877 wurde eine neue, dreifeldrige Stahlfachwerkbrücke mit jeweiligen Spannweiten von 22,40, 29,40 und nochmals 22,40 Meter auf zwei Steinjochen erbaut. 1877 war auch das Wassertor, welches seit dem Mittelalter den nördlichen Brückenkopf schützte, der Spitzhacke zum Opfer gefallen, im selben Jahr sollte unter Spottgesängen und Abbrennen von Feuerwerk auch das Innere Berntor geschleift werden. Solothurn wollte eine bessere Verkehrserschliessung der Altstadt, auch wenn es noch Jahrzehnte dauern sollte, bis das Auto dem Fuhrwerk den Rang abgelaufen hatte. Die erste «moderne» Brückenversion sah vier rund 1,50 Meter hohe Längsfachwerke und 28 Querfachwerke, welche die Fahrbahn trugen.

Seit 2008 keine Verkehrsachse mehr

Dies genügte aber in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr, um die stets grösser und schwerer werdenden Lastwagen zu tragen. Auch mussten für die Fussgänger bessere, geschützte Bereiche entlang den Geländern geschaffen werden. 1930 wurde die Brücke deshalb verstärkt und auf 12,90 Meter verbreitert. Dies erreichte man mit dem Einbau von genieteten Vollwandträgern ausserhalb der Aussenträger; zusätzliche Querträger wurden einbetoniert und eine Fahrbahnplatte in Stahlbeton erstellt. Diese Grundkonstruktion trug die ganze Verkehrslast, die zunehmend über die Wengibrücke rollte, bis am 8. 8. 2008 der Durchgangsverkehr ein abruptes Ende fand ‑ die Westumfahrung war als Ersatz eröffnet worden.

Doch noch immer fahren täglich mehr als 400 Linienbusse über eine Brücke, die 2010 überprüft und 2013 nochmals saniert worden ist. Auf 15 bis 20 Jahre wurde damals ihre Lebensdauer nochmals veranschlagt, dann muss die Stadt als neue Besitzerin – nicht mehr der Kanton – die Wengibrücke ersetzen.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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