Solothurn

Die Statik des 400-jährigen alten Zeughauses macht derzeit zu schaffen

Ein Augenschein vom Zwischenstand der Umbauarbeiten im Museum Altes Zeughaus in Solothurn. Rund 20 Mann arbeiteten derzeit Hand in Hand auf der Baustelle um das 400 Jahre alte Haus für knapp 13 Millionen auf Hochglanz zu polieren.

Angenehm kühl ist es im Museum Altes Zeughaus und zunächst mal dunkel, wenn man von draussen hereinkommt. Doch das momentan abgesperrte Haus ist nicht leer und verlassen – ganz im Gegenteil. Drinnen wird gezimmert, betoniert, gebohrt und genagelt. «Wir sind jetzt daran, den Betonturm für das kommende Treppenhaus und den Liftschacht aufzubetonieren», sagt Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli.

Eine schwierige und heikle Arbeit innerhalb dieses 400 Jahre alten Hauses. Die Zimmerleute und die Maurer auf dem Betonturm, der schon fast bis zum dritten Stockwerk hochgezogen ist, sind wie Bergsteiger mit «Gstältli» und Seilen gesichert. Gerade wird wieder an einem Teil der Verschalung gezimmert. «Wir mussten etwas pröbeln, bis wir erkannten, wie wir diese Arbeit am effizientesten durchführen können», sagt Matthias Bader von der Zimmerei Bader in Aedermannsdorf, dessen Firma für die Zimmereiarbeiten zuständig ist.

Um diesen Turm im Innern des Hauses in die Höhe wachsen zu lassen, mussten die einzelnen Holzböden der Stockwerke von den Bodenziegeln befreit und dann teilweise durchbrochen werden. «Diese Böden werden dann selbstverständlich mit dem Originalmaterial wieder bis zum Betonturm hin aufgebaut», erklärt Mäusli. In die dicken Originalbalken werden zur Statiksicherung Eisen verlegt und mit Beton ausgegossen.

«Wir vertrauen voll den Statikern, dass dieses Verfahren das stete Statikproblem des Hauses ein für alle Mal beheben wird», so Mäusli. «Ertüchtigung der Unterzüge» nennt dies der Fachmann. Gut 700 Stüper (Baustützen) sind im ganzen Haus verteilt und stützen die Decken und Balken. Wer sich also auf dieser Baustelle bewegt, muss die Augen nach oben, unten und geradeaus stets offen halten.

Rund 20 Mann arbeiteten derzeit Hand in Hand auf der Baustelle, was exaktes Planen bedingt. «Momentan sind Zimmerleute, Bauleute und Bodenleger im Einsatz. Wir waren im Januar kurzzeitig etwas in Verzug geraten. Jetzt haben wir wieder aufgeholt und sind ganz im Zeitplan», sagt der Kantonsbaumeister weiter. «Sind diese Rohbau-Arbeiten abgeschlossen, werden wir an die Lüftung gehen.

Ein weiterer wichtiger Bereich in der Sanierung des Hauses.» Gleichzeitig würden dann die Elektriker die Haustechnik in Angriff nehmen. Ende dieses Jahres sollte die Sanierung dann so weit fortgeschritten sein, dass die Museologen Einzug halten können und die neue Dauerausstellung aufgebaut werden kann. Vorgesehen ist, das Museum wie angekündigt Anfang 2016 wieder zu eröffnen. «Das werden wir einhalten können», ist Mäusli überzeugt.

Für den Kantonsbaumeister selbst ist dieser Umbau ein weiteres Highlight in seiner Berufskarriere. «Nach dem Bau der neuen Justizvollzugsanstalt Schachen in Deitingen ist das natürlich etwas ganz anderes hier, aber nicht etwa weniger faszinierend.» Er sei nach wie vor überzeugt, dass das richtige Wettbewerbsprojekt, jenes der Edelmann Krell Architekten aus Zürich, zur Ausführung gekommen ist.

«Jeden Tag bin ich sogar noch mehr davon überzeugt.» Die Verantwortung, die er als Vertreter des Bauherrn, nämlich des Kantons Solothurn, hier trage, sei gross, meint Mäusli. «Einerseits ist der finanzielle Aufwand gross, (ein Verpflichtungskredit von knapp 13 Mio. Franken wurde vom Kantonsrat bewilligt), andererseits geht es um ein Gebäude, welches den Staat Solothurn seit 400 Jahren repräsentiert. Und es geht täglich um die Sicherheit der Leute, die auf dieser ungewöhnlichen Baustelle arbeiten.»

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