Regenwetter

Die Pfadi St. Urs ist für das Sommerlager gewappnet

Die Pfingstlager verliefen trotz kühlem Wetter ganz passabel. Und nachts waren die Solothurner Pfader wieder im Trockenen.

Etwas mulmig muss ihnen schon zumute gewesen sein: Da giesst es Rekordmengen vom Himmel, Hochwasseralarm überall in der Schweiz – und das wenige Stunden vor der Abfahrt ins Pfingstlager. Doch Pfader sind wasserfest, und bei näherem Hinsehen ist dann meist alles halb so wild. Das galt dieses Wochenende auch für die beiden Stämme Thierstein und Farnsburg der Pfadi-Abteilung St. Urs Solothurn. «Wir fuhren am Samstagvormittag mit dem Zug nach Balsthal, und erreichten dann nach einem einstündigen Fussmarsch unseren Lagerplatz bei Höngen», erzählt Lagerleiter Luca Lang mit dem Pfadinamen «Achilles».

Die 16 Mädchen und Knaben, begleitet von fünf Leitungspersonen und zwei Köchen, trafen überraschend passable Verhältnisse an. «Der Platz erwies sich als recht trocken, und das Aufstellen der Zelte brachte keine Probleme mit sich. Der Platz war auch mega schön, alles lag nahe beisammen und es gab dort flache, weite Wiesen.»

Das war nicht unwichtig für das Lagerprogramm, denn mit dem Motto «Olympische Spiele» wurden natürlich etliche Ballsportarten zum Thema.

Auf das Feuer aufgepasst

Eine zentrale Rolle spielte aber bei den Thiersteinerinnen und Farnsburgern das olympische Feuer, das ausgegangen war und zuerst einmal wieder entfacht werden musste. «Nachts wurden dann je zwei Pfadis für eine einstündige Feuerwache eingeteilt. Sie mussten jeweils schauen, dass dieses nicht ausging.»

Was ebenso ohne Zwischenfälle klappte wie die Verpflegung aus der Lagerküche – natürlich über dem offenen Feuer hantierend. Hamburger, Spaghetti mit verschiedenen Saucen oder Fotzelschnitten standen auf dem Menüplan. «Und zwischendurch lieferte die Küche auch ein Zvieri, etwa in Form von Bruschette.»

Die Vorbereitung auf das «Pfila» habe schon etwas Aufwand bedeutet, erzählt Luca Lang weiter – zumal das Leitungsteam erstmals in dieser Form zusammengearbeitet hatte. Das Pfingstlager ist aber für die Pfadi-Abteilung eine willkommene Hauptprobe für das «SoLa», das die Solothurner dieses Jahr im Luzernischen verbringen werden.

Und ein Erbschaftsstreit

«Es hat immer wieder geregnet», so der Tenor des anderen Pfadi-Stamms, der für St. Urs Solothurn über Pfingsten unterwegs war. Offenbar hatten Thierstein und Farnsburg das etwas bessere Wetterlos gezogen als die Ältesten, die neun 14- bis 18-jährigen Pfaderinnen und Pfader der Pios.

Waren diese doch deutlich weiter in den «fernen Osten» des Kantons gereist, und zwar in den entlegenen Solothurner Enklave-Zipfel Kienberg. Auch hatten sie den Weg bereits am noch nassen Freitag unter die Füsse genommen – für immerhin zwei Stunden Anmarsch.

Doch die Pios unter Leitung von Robin Flury alias «Murm» und Celine Hug – oder auf pfadideutsch «Fiamma» –  mussten sich nicht mit der Plackerei des Zeltaufstellens abmühen. «Wir verbrachten die erste Nacht in einem fremden Bauernhof, ehe wir dann zweimal an unserem eigentlichen Lagerplatz in einer Scheune im Stroh schliefen.» Und so wenigstens nachts im Trockenen waren. Die Verpflegung: Hamburger, Älpermagronen, Bami-Goreng – wobei: «War das wirklich Bami-Goreng?», fragte sich ein Teil der Pfadis.

Wie immer in Lagern gabs auch in Kienberg ein Thema. Co-Lagerleiterin Celine Hug: «Wir hatten für jedes Mitglied eine Rolle ausgeheckt. Die anderen wussten nichts davon, und mussten die verschiedenen Rollen herausfinden.» Eingebettet war das Ganze in einen veritablen Erbschaftsstreit – oder wie sich Robin Flury ausdrückte: «Das Ganze glich einem Improvisations-Theater im grossen Stil.»

Die Pios waren sich aber einig: «In einem Pfadilager herrscht immer eine tolle Stimmung.» Während bei den Jüngeren doch auch Erleichterung durchdrang: «Sie sind froh, wenn sie wieder an die Wärme kommen», so Luca Lang.

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