Energieverbrauch

Die Nachhaltigkeit spielerisch erleben

Interessierte liessen sich am Samstag in Solothurn übers Thema Energieverbrauch informieren. Unter anderem ging es um Tipps und Tricks für den Alltag.

Was kann ich persönlich für unser Klima tun? Wer sich diese Frage schon mal gestellt hat, konnte am Samstag in der Jugendherberge und im Landhaus in Solothurn Tipps und Tricks für den Alltag erhalten.

Wenn wir unseren Energieverbrauch auf durchschnittliche 2000Watt absenken, stehen wir im Gleichgewicht mit der Umwelt. Dies wiederum bedeutet, unsere Ressourcen so einzuteilen, dass sie sich längerfristig nicht erschöpfen, und so zu leben, dass wir keinen negativen Einfluss auf das Klima und die Umwelt nehmen. Den wenigsten Menschen ist jedoch klar, in welchen Alltagsgegenständen wie Mobiltelefone und Elektrogeräten wie viel Energie steckt. Und hierbei handelt es sich nicht nur um die Energie, die ein Föhn in Betrieb verbraucht, sondern auch darum, wo und wie die Einzelteile der Handys hergestellt werden und wie viel Energie deshalb bereits verbraucht worden ist, bevor das Gerät überhaupt in Betrieb genommen wird.

Die «Weltmeister» im Verbrauch

Mit spannenden Beispielen konnten die Besucher des Anlasses «2000 Watt – Ich auch!» sich in die Thematik vertiefen und Neues lernen. Am Stand des Ökozentrum Langenbruck hat Felix Glatz-Böni ein Spiel parat: Auf Afrika, Asien, Nordamerika, Südamerika und Europa soll man 46Schokoriegel so verteilen, wie dies dem täglichen Pro-Kopf-Verbrauch entspricht. Dass auf die Karten von Nordamerika und Europa am meisten Riegel kommen, ist jedem klar, das korrekte Resultat ist aber trotzdem beeindruckend: So konsumieren Nordamerika und Europa 27 und 12 der Riegel, während sich Asien mit 3 und Afrika und Südamerika je mit 2 begnügen. Die klaren Zahlen sprechen Bände und gehen bestimmt nicht so schnell vergessen.

Ein ähnliches Beispiel ist am Infostand von WWF sichtbar, wo der ökologische Fussabdruck verschiedener Länder gezeigt wird: «Wie viele Erden brauchen wir?», steht geschrieben. Darunter liegen drei Kugeln, eine davon symbolisiert die Erde und wiegt ein Kilogramm. Die anderen zwei stehen für die USA und Bangladesh, wobei diejenige der USA 5,2 Kilo wiegt und diejenige von Bangladesh 0,3 Kilo. Demnach würde der Energieverbrauch der USA 5,2 Erden brauchen, um die vorhandenen Ressourcen nicht zu überbeanspruchen, und Bangladesh würden 0,3 Erden genügen. Was würde also passieren, wenn sich Entwicklungsländer unserem Energieverbrauch annähern würden? Was können wir tun, um die Erde nicht schneller auszubeuten, als sie sich um sich selbst dreht? 2000-Watt-Vereinspräsidentin Marguerite Misteli hatte dies in einer Medieninformation vor dem Anlass klargestellt: «Wir müssen unseren Energieverbrauch senken, 2000 Watt müssen genügen und sind umsetzbar.»

Alltagstipps im Blick auf die Vision

Natürlich wurde nicht nur zum Sparen aufgefordert, sondern es wurden auch konkrete Alltagstipps gegeben, um das magische 2000-Watt-Ziel erreichen zu können: So konnte man Kochkurse besuchen, um energiesparend zu kochen. Oberstes Gebot dabei: Regionale und saisonale Produkte, auf Fleisch sollte möglichst verzichtet werden, denn der CO2-Ausstoss um ein Kilogramm Rindfleisch zu produzieren entspricht immerhin einer Autofahrt von 1600 Kilometern.

Ein Höhepunkt bildete am späteren Nachmittag die Versteigerung der «Keinkaufswagen». Die ehemaligen Einkaufswagen waren vom Wallierhof bepflanzt worden und standen seit dem 9. August als mobile «Gartenbeete» überall in der Stadt verteilt, um auf den Aktionstag aufmerksam zu machen. «2000 Watt – Ich auch!» ist übrigens noch nicht zu Ende: Bis 24. August können Interessierte im Kino Uferbau in Solothurn verschiedene Filme zum Thema «Klimaschutz» anschauen und sich in die Thematik vertiefen.

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