Seit dem vergangenen Sonntag sollen in der Kirche des Solothurner Kapuzinerklosters wieder regelmässig Gottesdienste stattfinden. Zwar nicht mehr römisch-katholische wie früher. Denn nun nutzen koptische Christen die Kirche für ihre Sonntagsgottesdienste. Sie beabsichtigen, dies in Zukunft regelmässig zu tun. Die koptische Kirche kennt eine katholische- und eine griechisch-orthodoxe Ausrichtung. Allein in Ägypten wird ihre Zahl auf fünf bis sechs Millionen veranschlagt.

Mit Weihrauch

Die Kapuzinerkirche soll vorläufig wieder so genutzt werden, wozu sie gebaut wurde. Die koptischen Christen stammen aus Aegypten, Aethiopien und Eritrea. Bei den Gottesdiensten tragen koptische Priester ähnliche liturgische Gewänder wie katholische Priester. Und in den koptischen Gottesdiensten setzen die Priester an Festtagen auch Weihrauch ein. Wie die Katholiken auch. Von daher wird die Kapuzinerkirche auch mal «katholisch riechen», wie der Volksmund dem so sagt.

Auch schon Hochzeiten

Eine christliche Gemeinschaft nutzt also die Kapuzinerkirche vorläufig wieder für das, wofür sie gebaut wurde, für Gottesdienste eben. Lange Jahre, seit die Kapuziner das Kloster 2003 verlassen hatten, war das nicht mehr der Fall. Im letzten Jahr gab es jedoch erste «ursprüngliche» Nutzungen, als in der Kapuzinerkirche katholische Hochzeitsmessen abgehalten wurden.

Die Kirche ist im Gegensatz zur Klosterkirche St. Josef an der Baselstrasse, wo sich seit Jahren die Galerie «Haus der Kunst» etabliert hat, nie ausgeweiht worden und kann deshalb für christliche Riten weiterhin benutzt werden. (aw/ww)