Solothurn

Die Idee für einen Klosterplatz ohne Autos lebt auf

Die Parkplätze auf dem Klosterplatz sind meistens gut belegt.

Die Parkplätze auf dem Klosterplatz sind meistens gut belegt.

Was vor sieben Jahren im Solothurner Gemeinderat scheiterte, nimmt den nächsten Anlauf. Die SP-Fraktion will die Parkplätze auf dem Klosterplatz aufheben.

Wie lange muss man warten, um ein früheres Anliegen wieder zur Sprache zu bringen, ohne dass es wie Zwängerei wirkt? Sieben Jahre sind sicher genug, ist SP-Gemeinderätin Anna Rüefli überzeugt und bringt denselben Vorstoss noch einmal in den Gemeinderat wie bereits im Jahr 2013. Die Sprache ist vom Klosterplatz und der alten Grundsatzfrage, ob darauf Autos stehen sollen. Vor sieben Jahren sprach sich der Gemeinderat knapp für die Parkplätze aus.

Dieses Mal soll es anders kommen, wenn es nach Rüefli und ihrer Fraktion geht. «Nachdem uns vor sieben Jahren auch das Stadtpräsidium beigepflichtet hat, dass der Klosterplatz in seiner heutigen Funktion kein optimales Stadtbild abgibt und der Platz es aus städtebaulicher Sicht und aufgrund seiner historischen Bedeutung verdienen würde, aufgewertet zu werden, ist es an der Zeit, den damaligen Fehlentscheid des Gemeinderats zu korrigieren und einen zweiten Anlauf für die gestalterische Aufwertung des Platzes zu nehmen», heisst es in der Motion, die vor kurzem im Gemeinderat eingereicht wurde.

Begründet wird der Vorstoss im exakt gleichen Wortlaut wie vor sieben Jahren. So heisst es etwa, dass der Klosterplatz als Einfallstor in die Altstadt und Visitenkarte der Stadt ein trauriges Bild abgebe. «Statt sich in seiner vollen Pracht als einer der schönsten Plätze der Altstadt zu präsentieren, dient er als gewöhnlicher Parkplatz.» Der Brunnen inmitten des Platzes wirke wie ein Fremdkörper zwischen all den parkierten Autos, Motor- und Fahrrädern. Und: «Dieser Parkplatz ist ein Überbleibsel aus einer Zeit, als der Verkehr frei durch die Altstadt rollte und es noch keine städtischen Parkhäuser gab.»

Gewerbe soll nach Meinung gefragt werden

Anders sah es vor sieben Jahren die Fraktion der FDP, die sich für den Erhalt der Parkplätze einsetzte. Der damalige FDP-Gemeinderat Yves Derendinger argumentierte, dass das Gewerbe die Kurzzeitparkplätze als sehr wichtig erachte. Zudem sei es nicht sicher, dass der Klosterplatz ohne Parkplätze an Attraktivität gewinnen würde. Noch hat die FDP-Fraktion den Vorstoss der SP nicht besprochen, sagt Charlie Schmid, FDP-Gemeinderat und Präsident der FDP Stadt Solothurn. Aus seiner Sicht liege es aber in erster Linie am Gewerbe. «Wenn dieses dafür ist, spricht nicht viel dagegen.»

Schmid will im Vorfeld eine kleine Umfrage beim Gewerbe starten. Er sei aber skeptisch, ob ein Klosterplatz ohne Autos erwünscht sei. «Die Parkplätze auf dem Platz sind immer sehr gut ausgelastet.»
Wie der Klosterplatz genutzt werden soll, falls die Parkplätze wegkommen, da hat die P-Fraktion keine genauen Vorstellungen. Bewusst nicht, wie Anna Rüefli ausführt: «Diese Frage möchten wir in einem partizipativen Verfahren klären, sprich unter Einbezug des Gewerbes, der Anwohnerschaft sowie des Naturmuseums.» Rüefli betont, dass es nicht das Ziel der Motion sei, dass der Warenumschlag zukünftig auf dem Platz nicht mehr möglich sei.

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Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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