Solothurn

Die drei Weihnachtsmärkte konkurrenzieren sich nicht – ganz im Gegenteil

Die drei grossen Solothurner Weihnachts-Anlässe (Chlausemäret, Winter-Wunderland, Wiehnachtsmäret): Eine Bilanz.

Schon Ende November stehen auf dem Dornacherplatz die weihnachtlich dekorierten Holzhäuser des Winter Wunderlands, und wenn eine Woche später auf dem Friedhofsplatz die Blasmusik erstmals «Last Christmas» von «Wham» intoniert, dann suchen auf dem Chlausemäret alle Kinder den Samichlaus. Der Soledurner Weihnachtsmäret lockte am vergangenen Wochenende sogar zwei Cars aus dem Wallis an.

So erlebt die Stadt seit einigen Jahren im Advent einen Boom. In der Jahreszeit, die einst als rein besinnlich galt, beginnen die festlichen Wochenende nun jeweils schon am Mittwoch. Konkurrenz belebt das Geschäft: Der Chlausemäret, das Winter Wunderland und der Soledurner Weihnachtsmäret schaukeln sich gegenseitig zu immer besseren Angeboten hoch. Alle drei Veranstalter sprechen von Synergien und freuen sich über den Erfolg.

Der Chlausemäret ist gewachsen

Bereits zum 38. Mal fand der Chlausemäret statt. Damals, bei der Gründung durch die Familie Reinhard, diente der Friedhofsplatz noch als Parkplatz. Das Ziel, die Altstadt zu beleben, ist erreicht. «Wir sind mehr als zufrieden, es war sensationell», fasst Cornelia Grossenbacher den Publikumsaufmarsch im Namen des Organisationskomitees zusammen. Mit 70 Ständen, darunter fast 20 neuen Anbietern, ist der Markt sogar ein wenig in Richtung Jägerstübli gewachsen.

Nur zwei Tage, jeweils der Mittwoch und der Donnerstag vor dem Samichlaustag, ist das angesichts des Erfolges nicht zu kurz? «Nein», erklärt Cornelia Grossenbacher, «im Organisationskomitee haben wir schon darüber gesprochen, ob wir den Chlausemäret bis Samstag verlängern sollten. Da bei uns die Ware auf offenen Marktständen präsentiert werden, müssen die Anbieter am Abend alles wegräumen und am nächsten Tag wieder aufstellen. Diesen Chrampf würden wohl einige Verkäufer nicht drei, viermal hintereinander mitmachen.» Beim Solothurner Weihnachtsmäret auf dem Kreuzackerpark ist das anders, da können die Aussteller über Nacht ihre Waren in den Holzhäuschen lassen. Cornelia Grossenbacher sieht diesen rein wegen der zeitlichen Differenz nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung.

Auch Ursula Steiner vom Verein ProVorstadt findet, es habe Platz für alle: «Unser Soledurner Weihnachtsmäret hat einen eigenständigen Stil und viele treue Stammkunden. Obwohl wir dieses Jahr eher schlechtes Wetter hatten, sind wieder alle zufrieden. Die Verkäufer genauso wie die Besucher.» Hochwertiges Kunsthandwerk kombiniert mit bodenständigem Essen und Trinken ist das Erfolgsrezept. «Wir setzten auf Qualität, nicht Quantität», sagt Ursula Steiner. Nächstes Jahr wird der Soledurner Weihnachtsmäret zum zehnten Mal durchgeführt und sie will das bewährte Konzept beibehalten. «Für unser Jubiläum werden wir uns dazu noch eine spezielle Attraktion einfallen lassen.»

Jumbo Monopoli von den Organisatoren des Winter Wunderlands spricht sogar von einer belebenden Synergie, der Soledurner Weihnachtsmäret sei cool: «Die letzten Tage waren für uns die besten, weil sehr viele Leute beide Veranstaltungen besuchten. Ich denke, dass wir uns gegenseitig beleben und ergänzen, aber sicher nicht konkurrenzieren.» Das Restaurant im Chalet sei regelmässig ausgebucht gewesen und Monopoli beschreibt die gedeckte Bar als einen grossen Erfolg. «Einige unserer Marktstände haben sicher etwas gelitten, weil es oft geregnet hat, aber im Dezember muss man das einkalkulieren.» Das Konzept mit fünf Wochenenden werde auch im kommenden Jahr beibehalten: «Die Eisbahn lockte viele Familien ins Winter Wunderland und weil es in unseren Häuschen jedes Wochenende neue Anbieter mit anderen Produkten gab, wurde es auch für die regelmässigen Besucher nie langweilig.»

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