Bier, soweit das Auge reicht: Von der Endlos-Bar mit 50 Ausschankstutzen in der Reithalle bis zum grossen Zelt, wo 60 Brauereien ihre mehr als 300 Biersorten feilbieten, reicht die Galerie der Zapfhahnen. Alex Künzle, Inhaber der Gastgeber-Brauerei und seit 17 Jahren Macher der Solothurner Biertage, eröffnete die Kompetenz-Schau der Schweizer Kleinbrauereien mit der Feststellung: «Es vergeht kein Tag, ohne dass mir jemand über den Weg läuft, der mir erklärt, wie ich gesund essen und trinken sollte.»

Er habe sich bis jetzt geweigert, diesen Food-Predigern zuzuhören – und hier an den Biertagen ermunterte er seine geladene Gästeschar, es ihm gleichzutun. Denn für die Promi-Delegation aus dem ganzen Kanton – namentlich begrüsst wurden die Ständeräte Pirmin Bischof und Roberto Zanetti sowie Nationalrat Christian Imark – gabs wie immer einen reichhaltigen Imbiss und Freibier, angereichert mit geistiger Kost.

Diesen Eröffnungspart übernahm nun Liedermacher Christian Schenker. «Ich war schon lange nicht mehr so nervös. Denn seit 15 Jahren bin ich nie mehr mit einem Bier auf der Bühne gestanden», hob er an – bekanntlich singt der Barde sonst nur für Kinder im Publikum. Dass keine in der Reithalle anwesend sind, testete er gleich mit einem Gläserheben der Gäste und liess sie schon mit einem ersten Song interaktiv mitwirken. Der Choral lautete sinnigerweise: «Dasch nit mis Bier.»

Solothurner Biertage: Erkennt der Öufi-Bier-Chef sein Selbstgebrautes?

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Mitten in den letzten Vorbereitungen wird der Eventchef und Öufi-Bier-Inhaber Alex Künzle einem Blindtest unterzogen. Kann er sein Bier von der Konkurrenz unterscheiden?

Die grosse Entdeckungsreise

Spannend wird es im grossen Zelt, wo eine eigentliche Entdeckungsreise durchs Paradies der Biere beginnt. Afrikanisches Bier von Nubia Bräu? Oder eines der zahllosen India Pale Ales in allen möglichen Hopfen-Dosierung? Bündner, Tessiner, und die wilden Welschen, ergänzt durch die auffälligen Newcomer aus Delémont, der Craft-Brewery Black Pig, sie alle locken mit Braukunst jeglicher Couleur. Auch aus dem Kanton und der Region ist alles vertreten, was Rang und Namen hat – manchmal auch unter neuer Flagge, wie das einstige Guldenbräu, das heute als Guldentaler Bier in Mümliswil gebraut wird.

Auch zweistöckig zuprosten

Besonders auffallend an diesen Rekord-Biertagen: Die Aussteller haben sich alle Mühe gegeben, originell daherzukommen. Wohl den Vogel schiesst der Stand des Simmentaler Biers ab: Er weist über der Bar eine Terrasse für 30 Gäste auf. «Wir sind das dritte Mal in Solothurn und lassen uns jeweils etwas Spezielles einfallen», meint David Ziörjen, einer der drei Chefs der Oberländer Brauerei. «Letztes Mal hatten wir schon einen Handörgeler dabei, diesmal spielt er oben.» Das «Oberstübli» sei vor allem für Kunden und Mitglieder der Brauerei gedacht, «und nicht für Rambazamba».

Der aber dürfte angesagt sein: Schon nach der Eröffnung strömten Trauben von Bierfans Richtung Reithalle - denn wo 12 000 in drei Tagen hingehen, kann man so falsch nicht liegen.

Geöffnet Freitag von 16 bis 01.30 Uhr, Samstag von 14 bis 01.30 Uhr

Hier eine Auflistung aller Teilnehmer:

Organisator Alex Künzle hat sich unseren Fragen zum Thema Bier und Biertage gestellt: