Kunstmuseum Solothurn

Der Signer-Stiefel speit schon wieder – zumindest ein Ersatz

Der Signer-Stiefel vor dem Kunstmuseum Solothurn speit nach der Restauration wieder Wasser

Der Signer-Stiefel vor dem Kunstmuseum Solothurn spritzt wieder nach der Restauration

Nachdem Unbekannte den Signer-Stiefel abmontiert hatten und das Kunstwerk in einem Gebüsch wieder auftauchte, wurde es restauriert und wieder im Brunnen angemacht.

Das Stiefel-Kunstwerk vor dem Kunstmuseum Solothurn ist seit Mittwoch wieder vollständig und zeigt sich in voller Aktion. Allerdings hängt nicht der Stiefel, der letztens verschwand.

Glücklich waren die Verantwortlichen des Kunstmuseums, als sie am Dienstag vor einer Woche den verschwundenen Signer-Stiefel aus den Händen der Polizei entgegennehmen durften. «Es freut mich unendlich, dass der Stiefel wieder aufgetaucht ist», sagt Konservator Christoph Vögele. 

Ein ganzes Wochenende hatte vom Kunstwerk jede Spur gefehlt. Dann war es unweit vom Park im Gebüsch gefunden worden – allerdings mit einigen Blessuren an Befestigungsrohr und Stiefel. Der schwarze Stiefel von Roman Signer und seine Aufhängung wurde ein Fall für die Restauratorin. 

Robin Byland, wissenschaftliche Assistenz im Kunstmuseum, mit dem aufgetauchten Signer-Stiefel. (Archiv)

Robin Byland, wissenschaftliche Assistenz im Kunstmuseum, mit dem aufgetauchten Signer-Stiefel. (Archiv)

Die seit 2004 wasserspeiende Kunstinstallation blieb derweil ruhig. Seit Mittwoch schiesst nun aber wieder Wasser aus des Stiefels Ferse. Ist das beschädigte Kunstwerk bereits wieder instand gesetzt? «Nein, es handelt sich um den Ersatzstiefel», erklärt Til Frentzel, verantwortlich für die Museumstechnik. Dieser Stiefel war vor einigen Monaten versprayt und deshalb mit einem identischen Objekt aus dem Gusswerk von Roman Signer ersetzt worden. 

Hoher Besuch

Es war dem Museum wichtig, dass am Donnerstag ein Stiefel in Betrieb ist. Die Staatspolitische Kommission des Nationalrats mit deren Präsident Kurt Fluri hat nämlich einen Besuch angekündigt. Und was wäre der Museumspark ohne Signer-Stiefel? 

Der vermisst gegangene und gefundene Stiefel befindet sich laut Frentzel seit letzter Woche im «Spital». Das verbogene Rohr und das abgebrochene Gewinde werden von einem Spengler behandelt. Danach legt sich noch die Restauratorin den Stiefel auf den Behandlungstisch. 

Spätestens Anfang November wird dann auch der Ersatzstiefel, der Alterserscheinungen aufweist, abgehängt. Über den Winter können sich die Stiefel dann im «Spital» Gesellschaft leisten.

Die Frage, ob man die Befestigung besser sichern kann, bleibt derzeit noch offen. «Da müssen wir mit Profis schauen, ob es eine Möglichkeit gibt», so Til Frentzel. (ldu)

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