Soll das «Clubwägli» – ein steiler schwer auffindbarer Aufstieg am Vorberg des Weissensteins – besser gekennzeichnet werden oder nicht? Und das, obwohl es sich nicht um einen offiziellen Wanderweg handelt? Mit dieser im SAC Weissenstein durchaus umstrittenen Frage eröffnete Sektionspräsident Ueli Kölliker die diesjährige Hauptversammlung im Landhaussaal Solothurn.

Ueli Kölliker gewann mit seinen Begrüssungsworten am vergangenen Samstagabend die 250 Anwesenden rasch für sich. Die aufgeworfene Frage der Wegmarkierungen, wie viel es davon brauche und wo diese überhaupt nötig, sinnvoll und erwünscht seien, wird nämlich im grössten Verein der Region Solothurn, der Sektion Weissenstein des Schweizer Alpen-Clubs (1600 Mitglieder), immer wieder kontrovers diskutiert.

Erst recht, wenn es sich um eine nicht zum offiziellen Schweizer Wanderwegenetz gehörende Route wie das «Clubwägli» am Vorberg rechts von der Stigenlos handelt. Der Präsident wies darauf hin, dass der SAC Weissenstein nicht bei jeder Frage ein abschliessendes Urteil fällen könne. Die Meinungen im politisch und konfessionell unabhängigen Verein gingen dafür viel zu weit auseinander. Der SAC wolle aber im Bergsport und im Alpinwesen als kompetenter Partner die unterschiedlichen Ansichten aufzeigen und vermitteln, damit so ein vernünftiger Kompromiss gefunden werden könne.

Kalorienbombe abbauen

Gespannt wird jeweils der Bericht von Kassier Rolf Jenni erwartet. Seine unterhaltsamen Präsentationen der Vereinsfinanzen sind legendär, und er brachte es auch in diesem Jahr fertig, die trockene Zahlenbeigerei verständlich darzustellen. So verglich er das Kuchendiagramm zu den Einnahmen und Ausgaben mit einer echten Torte und meinte, dass er persönlich bei so viel Kuchen in ein schwarzes Loch falle.

Die Kalorienbombe müsse jeweils wieder abgebaut werden. Kurzerhand wurde ein uraltes Fernsehfitnessprogramm mit Bernhard Russi aus den 70er-Jahren eingespielt und alle Anwesenden angehalten, aufzustehen und mitzuturnen. Das machten 250 Anwesende denn auch lachend und sportlich mit.

Die aufgewärmten Clubkameraden und -kameradinnen konnten schliesslich den Abbau des Kalorienkuchens durch die Ausgaben mitverfolgen, bis jeweils pro Sparte («Tourenwesen», «Mutthornhütte», «Backi», «SAC-Jugend» und «Nidlenloch») noch ein kleiner Rest oder ein kleines Defizit übrig blieb. Insgesamt schloss die Jahresrechnung mit einem geringen Überschuss ab.

Über umfangreiche Sanierungsaufgaben in der hochalpinen am Mutthorn in den Berner Alpen gelegenen SAC-Hütte informierte Präsident Ueli Kölliker. Diese Kosten werden in naher Zukunft auf den Verein zukommen und das Budget belasten. Der Entscheid über dieses Vorhaben wird aber erst im kommenden Jahr zu fällen sein, wenn die Projektdetails geklärt und ein Baugesuch bewilligt sein wird.

«Bubichöpfli» – Erstbesteigung

Nach dem statutarischen Teil der Totenehrung, dem Kassabericht und den Ehrungen langjähriger Vereinsmitglieder berichtete die SAC-Jugend in einer erfrischenden Diashow samt originellem Video aus der Kletterhalle (Boulderraum) über ihre Tätigkeiten 2015.

Die 20 anwesenden Jugendlichen simulierten in einer Theateraufführung vor Ort die Erstbesteigung des «Bubichöpfli» im Landhaussaal. Den begeisterten Versammlungsteilnehmern fiel es in der Folge nicht schwer, für die gelungene Präsentation der Jugendlichen mit grosszügigen Spenden für künftige Materialbeschaffungen im Bergsportbereich zu danken.

Die vielen Begegnungen und Gespräche vor, während und nach der Hauptversammlung gehören zum wichtigsten Teil der alljährlichen Veranstaltung. Der Zusammenhalt der Bergkameradinnen und Bergkameraden über alle Generationen, Glaubensrichtungen und politischen Meinungen hinweg ist es, was den SAC Weissenstein ausmacht und ihn für viele zum treuen Begleiter in allen Lebensabschnitten macht.