Den Grossteil seiner Zeit verbringt ein Löwe mit schlafen. Dass es die gleichnamige Solothurner Beiz an der Ecke Schaalgasse/Löwengasse der Raubkatze gleichtut, ist stadtbekannt: Seit Januar 2012 ist der von Ruedi Emch geführte «Löie» nur während der Filmtage, der Fasnachtszeit und der Literaturtage «wach».

Anfang 2014 ging die Liegenschaft von Besitzer Peter Amiet mitsamt Gastrolokal und Wohnungen in neue Hände über. Verhandlungen hatten im vergangenen Herbst stattgefunden. Besitzerin ist nun die HR Immobilien AG von Rolf Hug.

Mit der Zuchwiler Carrosserie Hug AG, deren Geschäftsführer Hug ist, steht diese Firma aber in keinem Zusammenhang. «Ich möchte den alten ‹Löwen›-Charakter wieder aufleben lassen», verrät er seine Pläne mit der Traditionsbeiz. Die Wohnungen der drei darüberliegenden Etagen sollen erhalten bleiben.

Synergie zwischen Bar und Beiz

Auch wenn der Zeitpunkt des Neustarts und die Ausgestaltung des neuen «Löie» noch offen sind: Hug ist bereits mit einigen potenziellen Wirten im Gespräch. Durch den Erwerb des «Löie» erhofft sich Hug nicht zuletzt auch Synergien mit der gegenüberliegenden Gassbar, denn: Auch diese Liegenschaft ist im Besitz der HR Immobilien AG. In Sachen Sanierung setzt der neue Inhaber die Prioritäten bei der Aussenfassade an. So sei an der ganzen Liegenschaft seit langem keine Kernsanierung mehr vorgenommen worden.

Ob Ruedi Emchs punktuelle Gastroangebote an der Ecke Löwengasse/Schaalgasse eine Zukunft haben, ist zurzeit noch offen. «Der neue Besitzer und ich verstehen uns auf alle Fälle gut», meint Emch. Und zumindest für die Filmtage und die Fasnacht 2014 habe er noch freie Fahrt. «Aller guten Dinge sind drei», kommentiert Emch dazu, konnte er das Lokal doch bis jetzt zumindest während zweier intensiver Fasnachtssaisons betreiben.

Eigentlich hatte der Vater des 2011 geschlossenen «Heidenhubels» (Grenchenstrasse) mit seiner «Brasserie zum Löwen» in der Altstadt ein Gastroangebot schaffen wollen, das zentraler gelegen ist.

Eine Brasserie, die auch ganzjährig offen ist, wurde aber bekanntlich nicht daraus. «Für ein solches Vorhaben muss ein familiäres Ambiente geschaffen werden, volksnah, mit einem stets anwesenden Ansprechpartner.» Nur habe er selbst sonst ein zu breit gefächertes Arbeitsgebiet, um die ganze Zeit vor Ort zu sein: Als Hauptzweig betreibt er unter der Firmenbezeichnung «Rodolfo Gastro» ein Cateringangebot, das ihn auslastet.

Auf das nun zwei Jahre andauernde Mietverhältnis war der «Löie» nach Adam Riese insgesamt bloss sechs Wochen in Betrieb. Das habe ihn zwar nicht in den Ruin getrieben, winkt ein fasnachtsangefressener Emch ab, «verdient habe ich dadurch aber eben auch nichts.»