Solothurner Wetter
Der kälteste Februar seit der Jahrtausendwende

Das Solothurner Wetter zeigte sich im Februar von seiner kalten Seite. Es reichte gar für Rekordwerte: der Februar 2012 ist der mit Abstand kälteste Monat dieses Jahrtausends. Er fiel rund 4 Grad kälter aus als das langjährige Mittel.

Wolfgang Wagmann
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Nach zwei Februarwochen schien die Welt schockgefroren zu sein. Denn in diesen 14 Tagen lag die Temperatur konstant massiv unter dem Gefrierpunkt, bei den täglich zwei Messungen waren bis dahin 240 Minusgrade zusammengekommen, was einen Tagesdurchschnitt von 8,6 Grad – minus natürlich – ergab. Die zweite Monatshälfte brachte nur noch 24 Minusgrade; trotzdem reichte es für ein Monatsmittel von –3,3 Grad.

Der kälteste Februar bis jetzt seit der Jahrtausendwende war jener 2003 mit einem Mittel von –1,1 Grad, der kälteste Monat bisher überhaupt, der Januar 2009, ist mit –1,2 Grad im Vergleich zum jetzigen Februar auch ein milder Geselle gewesen. Kalt heisst auch trocken, und so blieb der Monat mit knapp 40 Litern pro Quadratmeter im Wallierhof Riedholz klar unter der Norm, in Solothurn mit gut 30 Litern – auch hier fast nur in Form von Schnee – noch deutlicher.

Wieder einmal eine Seegfrörni

Schon Ende Januar hatte sich die Kältewelle angekündigt, doch so richtig griff sie erst am ersten Februarwochenende durch. Das Quecksilber schaffte es nämlich trotz Sonnenschein auch tagsüber kaum mehr in den einstelligen Minusbereich und eine mässige Bise vermittelte eine effektiv gefühlte Kälte von –20 Grad. Am Sonntag, 5. Februar, wurden am frühen Morgen in Solothurn –16 Grad gemessen.

Die Schlöf anschnallen, dann gehts los
12 Bilder
Der See wartet
Viele Familien sind da
Familienspaziergang auf dem Eis
Im Sommer ein Sprungbrett
Eine runde Eishockey
Kinderwagen und Puck wird übers Eis geschoben
Burgäschisee ist zugefroren
Bei dieser Kälte sind warme Getränke besonders wichtig

Die Schlöf anschnallen, dann gehts los

Hanspeter Bärtschi

Die vom Januar her vorhandene, dünne Schneedecke blieb bei weiteren sehr kalten Nächten erhalten und nach einer leichten Milderung wurde es auf das zweite Februarwochenende nochmals bitterkalt. Inzwischen waren der Burgäschi-, der Inkwilersee und die kleineren Weiher genauso zugefroren wie die alte Aare, was einige Tage lang Schlittschuhfahren auf Natureis erlaubte.

Fasnächtler im Wetterglück

Die Wende trat am Valentinstag, 14. Februar, ein: Morgens noch die vertrauten 5 Minusgrade, mittags erstmals seit Ende Januar ein Plusgrad. Und dann kam der Schnee. Vom Dienstag auf den Mittwoch bis zur Kinderchesslete schneite es nonstop, und die rund 20 cm dicke Schneedecke sollte fast bis zum Monatsende hinhalten. Bei zwar weiterhin sehr kalten Nächten, aber tagsüber meist trockenen, oft sonnigen Verhältnissen, ging das Solothurner Fasnachtsmotto voll auf: ’s passt.

In der letzten Februarwoche wurde es zunehmend milder und Gartenfreunde entdeckten die ersten Frostschäden bei schwindendem Schnee, obwohl es nachts meist noch frostig blieb. Doch am Schalttag wurde erstmals die 10-Grad-Marke – plus natürlich – geknackt. Erste Dinks draussen bleiben bis zum Sonntag bei viel Sonne ein Thema. Nächste Woche wirds wieder feuchter und kühler, vielleicht vorübergehend fast winterlich.