Martin Tschumi hat die Entwicklungen in der Vorstadt in den vergangenen elf Jahren seit der Schliessung der Wengibrücke hautnah miterlebt – und findet: Das Quartier hat sich gemausert, hat sich in kleinen Schritten zum prosperierenden Gewerbe- und Gastro-Areal gewandelt. «Vielfältig und authentisch ist die Vorstadt geworden. Und das Puzzle wächst zum strukturierten Ganzen zusammen.» Die Vorstadt habe wirtschaftlich betrachtet bis heute viel «Fleisch am Knochen» bekommen.

Initialzündung für ein neues Projekt

Mit dieser Wahrnehmung steht der Geschäftsinhaber der Drogerie Tschumi nicht alleine da. Zusammen mit Petra Hubler vom Reisebüro «El Travel» im Unteren Winkel und Mirjam Hauri, die gegenüber von Hubler eine Schmuckmanufaktur betreibt, hat Tschumi ein neues Vorhaben angestossen.

Denn: Die Zeit sei reif für Neues. Hinter den Initianten stehen nicht weniger als 30 in der Vorstadt ansässige Betriebe. So wurde gestern im Kino Capitol feierlich eine neue Interessengemeinschaft unter dem Namen «Vorstadt Vielfalt» ins Leben gerufen. Stadtpräsident Kurt Fluri, Tourismusdirektor Jürgen Hofer und Caroline Jäggi, Geschäftsführerin der Stadt und Gewerbevereinigung Solothurn erwiesen dem Anlass ihre Reverenz.

Möglichkeit zur Vernetzung

Die Mission der über 30 Vorstadt-Betriebe: im breiten Branchenmix gezielte Aktionen im Vorstadt-Gewerbe fürs Vorstadt-Gewerbe auf die Beine stellen und Einkaufserlebnisse schaffen. Tschumi erklärt: «Wir wollen den Gewerbetreibenden sowie den Gastronomen die Möglichkeit geben, sich kennenzulernen, sich zu vernetzen und gemeinsame Aktivitäten zu planen.» Gerade der heutige Entwicklungsstand der vielseitigen und oft kreativen Geschäfte liefere das Fundament für eine Vernetzung und für daraus entstehenden Aktivitäten.

«Weitere Ideen sind im Kommen»

Erster Output zum Start: Ein gestern vorgestelltes 60-seitiges Booklet, das in Form eines kleinen Bummel-Guides und Gutscheinhefts besagte Betriebe vorstellt. 8000 Exemplare wurden von diesem Kommunikationsmittel der «Vorstadt Vielfalt» gedruckt – finanziert durch einen kleinen Obolus der präsentierten Geschäfte.

«Weitere Ideen sind im Kommen», fügt Tschumi an und gibt Beispiele: «Eine Idee wäre, vor jedem Laden Stühle zum Verweilen anzubieten.» Vorstellbar wären auch Food- und Gewerbefestivals, Night-Shopping-Aktivitäten oder Marktveranstaltungen.

Nicht zuletzt will man mit der Vernetzung auch den wachsenden Herausforderungen begegnen, denen die Fachgeschäfte ausgesetzt sind – und sich vom Mainstream der Ladenketten abheben. Angesprochen sind in erster Linie Läden, die auf einer Parterreetage angesiedelt sind, also direkt in den öffentlichen Raum hinausreichen.

Eigenständig und flexibel

Die IG funktioniert losgelöst von der bereits aktiven Vereinigung Pro Vorstadt, die auch von Martin Tschumi präsidiert wird. Im Gegensatz dazu sei ‹Vorstadt Vielfalt› kein Verein, und trete als eigenständige Gruppe auf.

So sollen die beteiligten Geschäfte von Event zu Event von Neuem angefragt werden, ob sie sich daran beteiligen. Auch die zuständige Projektgruppe soll jeweils neu formiert werden. «‹Einfach gemeinsam› ist die Devise«, sagt Tschumi. Heisst: «Wir möchten möglichst unkompliziert gemeinsame Projekte starten – auf kurzen Wegen.»