Hybridwerk Aarmatt

Das innovative «Testlabor» für synthetisches Gas wird preisgekrönt

Hier «arbeiten» die Archaeen und stellen Methan her.

Hier «arbeiten» die Archaeen und stellen Methan her.

Das Hybridwerk Aarmatt der Regio Energie Solothurn und die damit verbundene Anlage des EU-Forschungsprojekts «Store&Go» werden mit dem Schweizer Energiepreis Watt d’Or ausgezeichnet.

Das Hybridwerk der Regio Energie und die damit verbundene Anlage des EU-Forschungsprojekts «Store&Go» werden mit dem «Watt d’Or» ausgezeichnet, der heute Donnerstag zum 13. Mal verliehen wird. Der Schweizer Energiepreis unterstreicht die Bedeutung des Energieträgers Gas und seiner Netze für die künftige Energieversorgung. Er geht somit an innovative Schweizer Unternehmen und Hochschulen, die die Energiezukunft bereits heute erfolgreich in die Praxis umsetzen. In einer Medienmitteilung brachten die Regio Energie und das «Store&Go»-Projektteam ihre Freude über den Preis in der Kategorie «Erneuerbare Energien» zum Ausdruck.

Seit 2015 betreibt die Regio Energie das Hybridwerk, ein «Praxislabor», mit dem die Verknüpfung der Strom-, Gas- und Wärmenetze gelingt. Die sogenannte Netzkonvergenz ermöglicht es unter anderem, überschüssigen Sonnen- und Windstrom als erneuerbares Gas im Gasnetz zu speichern und dann jederzeit fürs Kochen, Heizen oder als Treibstoff zu verwenden. Das Gas kann auch wieder zu Strom gewandelt werden. Das Hybridwerk ist dazu mit einem Elektrolyseur ausgestattet. Dieser stellt aus Wasser und Solarstrom Wasserstoff her, der in einer begrenzten Menge ins Gasnetz eingespeist werden kann.

Die Biomethanisierungs-Anlage des EU-Forschungsprojekts «Store&Go» fügt sich in dieses Gesamtkonzept ein. In einem innovativen Verfahren wandeln Urbakterien, sogenannte Archaeen, Wasserstoff aus dem Hybridwerk und Kohlendioxid aus der nahegelegenen Kläranlage zu erneuerbarem Methan um. Seit Mai 2019 produziert die Anlage erfolgreich erneuerbares Gas, das uneingeschränkt ins Erdgasnetz eingespeist werden kann.

Das Projekt wurde 2016 im Rahmen von Horizon 2020, dem EU-Forschungs- und Innovationsprogramm für Forschung und Innovation, lanciert. 27 Projektpartner aus sechs Ländern wollen die Power-to-Gas-Technologie weiterentwickeln. Geforscht wird an drei Standorten in Deutschland, Italien und der Schweiz. In der Schweiz sind nebst Regio Energie, Electrochaea, die Hochschule für Technik Rapperswil, die Ecole polytechnique fédérale Lausanne, die Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt sowie der Schweizer Verband des Gas-und Wasserfachs beteiligt. Das Forschungsprojekt wird Anfang 2020 abgeschlossen. Was anschliessend mit der Anlage passiert, ist noch nicht entschieden und hängt auch von den politischen Rahmenbedingungen ab. So ist die Energiespeicherung per Power-to-Gas nach wie vor nicht vom Netzentgelt befreit. (mgt)

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