Solothurner Filmtage

Das Festival – ein Generationenwerk: Vater und Tochter teilen die gleiche Leidenschaft

Urs Alber und seine Tochter Julia Schmid teilen die Leidenschaft des hiesigen Filmfestivals.

Urs Alber und seine Tochter Julia Schmid teilen die Leidenschaft des hiesigen Filmfestivals.

Die Leidenschaft, bei den Filmtagen mitzuwirken, wird nicht selten an einen Spross weitervererbt. Urs Alber und seine Tochter Julia Schmid arbeiten beide an den Solothurner Filmtagen.

Nach nun vollendeten 55 Durchführungen lässt sich eines mit Bestimmtheit sagen. Die Geschichte der Filmtage umspannt mittlerweile mehrere Generationen. So erstaunt es nicht, wenn sich im Jahr 2020 bereits Enkelin und Grossvater über ihre Erlebnisse als Mitwirkende des hiesigen Filmfestivals austauschen können. Dies gilt für die 16-jährige Julia Schmid, Enkelin eines der Mitgründer: Paul Schmid war Präsident der «Film-Gilde», die 1966 die Filmtage ins Leben rief.

Filmtage-Grüsse am Familientisch

16 ist das Mindestalter, um im Mitarbeiterstab der Filmtage mitzuwirken. Und so ist es für Julia Schmid, die den gestalterischen Vorkurs in Bern absolviert, eine Premiere, die sie sich schon seit einiger Zeit herbeisehnte: Sie bestritt nun ihr Debüt bei der Eingangskontrolle des Canva. Schon zu Hause im Dreigenerationenhaus waren und sind die Filmtage ein Thema: «Papa trifft viele Leute an den Filmtagen. Und so werden am Familientisch jeweils viele Grüsse ausgetauscht.» Ihr Vater, das ist Urs Alber, Geschäftsleitungsmitglied der Filmtage, der als Koordinator in einem 16-köpfigen Team für den Auf- und Abbau der Filmtage-Installationen zuständig ist – Tribünen, Banner, Beleuchtung. Auch die gelben Lampen, die den Cineasten den Weg zu den Filmstätten leuchten, gehen auf sein Team zurück, das die Leuchtkörper angefertigt hat.

Die strenge Zeit für sein Team beginnt schon eine Woche vor Festivalstart und zieht sich über rund fünf Tage nach Abschluss hinaus. Dazwischen ist Alber stets abrufbereit, wenn Sorgen und Probleme auftauchen. Oder Sonderwünsche anstehen: «Dazu zählte auch mal ein ausgedientes Weissenstein-Sässeli, das in den Rittersaal geliefert werden musste. Oder eine Hochformat-Leinwand, die ein Filmschaffender wollte.» Und ein in einer Kinostätte überlaufendes Pissoir führte zur langwierigen, und letztlich erfolgreichen Suche nach dem Wasserhahn. «Ja, man muss erfinderisch und schnell zur Stelle sein», meint Alber, das wandelnde «Sackmesser» der Filmtage und ausserdem Hauswart des Konzertsaals. Und so ist er, der seit 35 Jahren – seit 20 Jahren zudem in der Geschäftsleitung – mitwirkt, an allen Aufführungsorten anzutreffen. «Sehr viele kommen mit ihren Problemen zu mir. Und ich versuche, ihnen eine Lösung zu bieten.» An selbigen Problemen ist über die Jahre auch sein Erfahrungsschatz gewachsen.

Dankbar für die Filmtage-Besucher

Auch sein Vater Herbert Alber half früher an den Filmtagen beim Aufbau als Fahrer mit. «Ich bin als Bub oft mitgefahren», erinnert er sich. Und dort die Faszination für die Mitwirkung an den Filmtagen gefunden. Genauso, wie auch seine Tochter erstmals die Ferien für die Filmtage geopfert hat, tat es Urs Alber, als er noch beim Einrichtungshaus Teo Jakob angestellt war, «zwei bis drei Wochen im Jahr.» Und bis heute hat sich Albers Motivation nicht geschmälert. «Es macht mich dankbar zu sehen, dass die Leute gerne nach Solothurn kommen und zufrieden wieder gehen.»

Und was sagt die älteste Filmtage-Generation? «Ich habe Freude, dass neben dem der Schwiegersohn auch meine Enkelin mitwirkt», sagt Filmtage-Mitbegründer Paul Schmid. Auch die eigene Tochter habe mitgewirkt. Er selbst schied jedoch 1968 aus beruflichen Gründen aus der Geschäftsleitung aus und blickt heute zurück: «Die Filmtage sehen heute anders aus als damals. Doch der Zweck ist derselbe geblieben: Sie sind noch immer eine wichtige Werkschau des Schweizer Filmschaffens.» Dafür werden hoffentlich noch viele Generationen sorgen...

Meistgesehen

Artboard 1