Integration

Das Discherheim wagt sich wieder in die Zirkusmanege

Circolino Pipistrello zu Gast im Discherheim Solothurn

Circolino Pipistrello zu Gast im Discherheim Solothurn

Der Circolino Pipistrello erarbeitet in diese Woche mit den Bewohnern des Discherheims Solothurn ein buntes Artistikprogramm.

Er erinnert sich noch gut: Ismail Rezepi, 24, hatte vor zwei Jahren das Amt des Zirkusdirektors inne. Damals gastierte der Circolino Pipistrello im Discherheim, der Institution für Menschen mit Beeinträchtigungen, und studierte mit den Bewohnern ein Zirkusprogramm ein. Der Wanderzirkus besucht von April bis Oktober während 22 Wochen schweizweit Schulen, Ferienlager, Heime oder andere Institutionen, übt mit den anwesenden ein Programm ein und führt es dann auf.

Zirkusgala am Samstag

Die Erfolgsgeschichte von 2015 wird nun fortgeführt – mit Ismail an der Trommel. «Noch bis Samstag wird geprobt», verrät er in Vorfreude an die Galaaufführung, wo dann das Einstudierte gezeigt wird: Auch Tanz, Jonglage, Akrobatik, Clowneskes, Seiltanz und andere Disziplinen werden Sägemehl aufwirbeln. Im Zwei-Jahres-Turnus freut sich die Discherheim-Klientel auf das Spektakel, deren Protagonisten sie selbst sind.

Hinter dem Projekt steht die Idee, beeinträchtigte Menschen in die Mitte der Gesellschaft zu rücken: Inklusion und Teilhabe. Stephan Oberli, Leiter des Discherheims: «Wir stellen immer wieder fest, dass die Berührungspunkte zu Menschen mit Beeinträchtigungen fehlen, wenn man nicht in dieser Branche arbeitet oder durchs persönliche Umfeld davon betroffen ist.» Auf diese spielerische Weise komme es zu spannenden Begegnungen. Und: Zur Möglichkeit, dass auch die Mitarbeitenden ihre Klientel von einer neuen Seite kennenlernen können, so die Beobachtung von Christina Oertle vom «Pipistrello».

Sekschüler mit dabei

Neu dieses Jahr: Auch die erste Sekundarstufe des Geslor-Verbunds (Gemeinsamen Schulstrukturen Langendorf, Oberdorf und Rüttenen) wirken am Projekt mit. Es sind 43 Schülerinnen und Schüler aus drei Schulklassen, die in dieser Woche entweder in der Küche, als «Dokumentarreporter» oder selbst auf der Manege mitwirken.

Zustandegekommen ist die Zusammenarbeit mit Geslor, weil Oberli selbst die Idee dazu hatte, gleichzeitig aber auch zwei Lehrpersonen: Nicole Marti und Barbara Witmer. «Statt einem auswärtigen Kennenlern-Lager für die neuen Sek-Schüler haben wir dann diese Idee weiterverfolgt», sagt Marti. Die Zusammenarbeit mit dem Discherheim soll auch nach dem Wanderzirkus andauern: «Angedacht sind für den weiteren Verlauf des Schuljahres Basketballspiele, Discos oder ein Treffen im Discherheim-Café», sinniert Marti.

Auch die Schulfreundinnen Chiara Amstutz, Carole Reinhart, Katarina Markanovic und Rina Kuci freuen sich über die Woche. «Es ist toll, ein Projekt mit diesen Menschen einzustudieren und so eine neue Sicht zu gewinnen», sagt Chiara Amstutz. Auch schon Freundschaften habe man schliessen können, sagt Rina Kuci. Und natürlich gehört ein wenig Nervosität in Hinblick auf die Gala am Samstag dazu, verraten die vier Zirkusartistinnen.

Daten Zirkusgala: Sa, 14 Uhr, Zirkuszelt beim Rosegghof. Aufführungen von «Pipistrello» selbst: Mi, 20. September 16.30 Uhr und Fr, 22. September, 19 Uhr gleichenorts. Vernissage zur Zirkuswoche: Mi, 27. September, 19 Uhr, Konzertsaal Langendorf.

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