Kochbuch und Wolkenprojektor

Dank Crowdfunding: Zwei Projekte in Solothurn werden realisiert

Links: Eine Speise aus dem Kochbuch. Rechts: der Wolkenprojektor von hinten gesehen.

Links: Eine Speise aus dem Kochbuch. Rechts: der Wolkenprojektor von hinten gesehen.

Dank Gruppenfinanzierung werden zwei ganz unterschiedliche aber kreative Solothurner Projekte realisiert: ein Kochbuch und ein Wolkenprojektor.

Diesen Monat haben zwei kreative Projekte aus Solothurn über die Crowdfunding-Plattform «We make it» genügend Geld gesammelt, um ihre Ideen zu realisieren: 30'000 Franken hat das Museum Enter für seinen Wolkenprojektor zusammengetragen und 45'000 Franken für das Kochbuch «Amphorea Me Kefi».

Für die Initiatorinnen war das Crowdfunding nicht die letzte Möglichkeit, um ihre Ziele zu erreichen, sondern Teil des Konzepts. «Wir wollten den Solothurnerinnen und Solothurner die Möglichkeit geben, sich an diesem Projekt zu beteiligen», erklärt Violetta Vitacca, Museumsleiterin Enter. Die Unterstützenden seien so Teil des Projekts.

Dimitra Charamandas, Initiatorin des Kochbuchs, hat sich ähnlich Gedanken gemacht: «Das Gemeinschaftliche ist ein zentrales Element unseres Projekts. Durch die Unterstützung ist man Teil der Parea – unserer Gemeinschaft – und die Realisation wird erst dadurch möglich.» Beide Projekte sollen nächsten Frühling umgesetzt sein.

Das Kochbuch Amphorea me Kefi

Das Buch ist eine Familien- und Herzensangelegenheit. Noch dieses Jahr wird die Taverna Amphorea in der Altstadt seine Türe schliessen, das Wirtepaar Stelios und Regula Charamandas gehen in den Ruhestand. Um Stelios’ Rezepte weiterreisen zu lassen, hat seine Tochter und Künstlerin Dimitra Charamandas das Kochbuchprojekt initiiert. Heute sind die ganze Familie und befreundete Künstlerinnen involviert. «Wir sind überwältigt, dass wir schon vor Ablauf der gesetzten Zeit das Geld zusammen haben», sagt Charamandas.

Bis jetzt haben fast 400 Menschen das Projekt unterstützt: Schon über 49'000 Franken sind zusammengekommen. Noch bis Samstagmorgen kann man ein Kochbuch online kaufen. «Jetzt haben wir beschlossen, dass wir die Auflage erhöhen», sagt die Künstlerin. Ursprünglich wollten Sie 500 Exemplare drucken, doch bis heute haben sie schon 470 verkauft. «Wir werden mindestens 800 drucken lassen, aber das ist noch nicht beschlossene Sache.»

Der Vorverkauf laufe über die Taverna Amphorea weiter und es habe auch eine Solothurner Buchhandlung Interesse gezeigt, ihr Kochbuch zu vertreiben. «Dank des gesammelten Geldes, können wir das Projekt ohne Kompromisse realisieren», erklärt sie. «Das bedeutet eine Umsetzung mit grosser künstlerischer Freiheit und einer sorgfältigen Produktion in der Region.»

Der Wolkenprojektor Spitlight P.300.S

«Wenn das Geld nicht zusammengekommen wäre, hätten wir einfach den Restaurierungsumfang verkleinert oder den Zeitplan angepasst», erklärt Museumsleiter Violetta Vitacca. Sie ist jetzt sehr erfreut, dass über 100 Menschen das Projekt unterstützen. «Wir sind sehr dankbar, dass unser Projekt so viele Solothurnerinnen und Solothurner interessiert.» Sie haben bis Ende letzter Woche mehr als 30 000 Franken gesammelt. Dieses Geld macht einen Drittel der Restaurierungskosten aus, der Rest stammt aus privaten Spenden.

Jetzt ist das Gefährt schon in Zuchwil, wo sein Motor repariert wird. Das Hauptziel ist, den «Wolkenprojektor» des Tessiner Ingenieurs Gianni Andreoli wieder fahrtüchtig zu machen. Er soll bis Ende Jahr beim Strassenverkehrsamt vorgeführt werden. Wenn er die Prüfung besteht, kann er mobil in der ganzen Schweiz ausgestellt werden.

Zudem: «Wir arbeiten jetzt auch daran, dass es technisch möglich ist, den Projektor in Betrieb zu nehmen», sagt die Museumsleiterin. Es sei zwar wichtiger, die Technik zu erhalten und für Interessierte zugänglich zu machen, «aber es wäre auch schön, wenn wir den Effekt, also die Projektionen, sichtbar machen können». Dies sei mit der alten Technik schwierig, da sich der Scheinwerfer zu stark erhitzt: «Vielleicht können wir parallel zur alten Technik noch eine moderne einbauen.» Dass diese Option offen steht, ist der Gruppenfinanzierung zu verdanken.

Autorin

Judith Frei

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