Torschlusspanik könnte da aufkommen. Wenn man sich die Ideen eines (Stadt-)Planers zu Gemüte führt. Einst dachte er ans Überbauen der geschützten Loretomatte. Das ist zum Glück vom Tisch. An einem anderen Anlass entwickelte er die Idee, den Bahnhofplatz mit Fussgängern zu überfluten. Geschieht schon jetzt. Illegal zwar, aber jeder meint, er könne noch schnell rüber.

Mit Mischverkehr würde das Herumhühnern auf dem Platz legalisiert. Alle müssten dann Rücksicht auf die Hühner nehmen – im «Mischtverkehr». Ausser dem allmächtigen Bipperlisi. Einfacher wäre wohl des besagten Planers jüngste Idee – lassen wir die Präposition Bier oder Schnaps mal beiseite. Man sollte die Fussgänger-Durchgänge beim Biel- und Baseltor (das Franziskanertor hätte auch noch einen ...) wieder zubauen. Damit der Fussgänger sein Törli zurückerobern könnte. Das konnte er bis jetzt erst beim Söitörli. Der Planer sieht das im «historischen Kontext».

Wie bitte? Tore wurden früher nur so gross gebaut, damit Fuhrwerke passieren können. Hätte man im Mittelalter auf den Fussgänger Rücksicht genommen, wären da nur mannsbreite Pförtchen gewesen. Aus wehrtechnischen Gründen. Die heutigen Tore sind ohnehin zu klein. Fand jüngst ein allerdings besoffener polnischer Lastwagenlenker. Und eckte zünftig am Baseltor an.

Machet die Tore weit. Heisst es nicht nur im Advent. Sondern das ganze Jahr über in Solothurn. Viele Planer, Politiker und Egomanen vergessen, dass die Altstadt versorgt sein will. Und dass dies nicht mehr mit Fuhrwerken im Schritttempo geschieht. Was allein in den letzten zwei Jahren durch Baseltor Richtung Kronenplatz gerollt ist! Da sind wir froh ums Fussgängerloch nebenan – für die Fussgänger. Die sich das Tor ohnehin schon lange erobert haben. Und hindurchhühnern. Tag für Tag. Item, wir sind abgeschweift.

Hühnerhaut hatten Uneingeweihte dieser Tage: Was soll der Riesenkran bei der «Krone», pardon «Couronne»? Keine Angst, dort ist die Küche eingebaut, die ersten Testesserinnen und -esser sind bereits am Werk. Nur das Innenhofdach der Nachbarliegenschaft erhielt eine neue Verglasung.

Doch dann, am übernächsten Wochenende ist es so weit: «Offene Türen» gibts am 29. April in der «Couronne», im CIS-Sportcenter, im neuen Sitz der Gemeinschaftsantenne Weissenstein GAW an der Bielstrasse und bei 30 Kulturtempeln in der Kulturnacht. Ganz zuletzt schliesst die Rythalle, wenn zum Biertage-Finale die «Bsoffnen düre» sind.