PR-Aktion

Brautstrauss, Blitz-Hochzeit und viele Brautpaare: Solothurn lässt romantische Klischees des Heiratens hochleben

Unter dem Motto «Solothurn heiratet» hatten das Gewerbe und Solothurn Tourismus am Samstag zu einem romantischen Tag in der Stadt eingeladen. Unter anderem konnte man eine Hochzeit à la Las Vegas feiern.

Schon für 209 Dollar kann man sich in der Wüstenstadt spontan das Ja-Wort geben. So etwas gibt es nur in Amerika? Nein, denn heute muss man dafür nicht mehr nach Las Vegas pilgern, sondern nach Solothurn.

Die Attraktionen waren vielfältig: Modeschauen in der ganzen Stadt, speziell dekorierte Schaufenster, Preisreduktionen auf Hochzeitsartikel, Führungen zum Motto. Sogar einen Brautstrauss gab es zu ergattern, und offiziell inoffizielle Trauungen wie in Las Vegas waren zu bestaunen.

Der Wurf des Brautstrausses ist ein Höhepunkt jeder Hochzeit, und so durfte dieser auch bei diesem PR-Anlass nicht fehlen. Besonders grossen Einsatz zeigte dabei eine deutlich sichtbar schwangere Frau – die aber ihren Namen nicht verraten wollte. Sie werde am kommenden Freitag heiraten, da komme der gewonnene Gutschein sehr gelegen, meinte sie. Ein rundes Dutzend Frauen hatten sich vor der St.-Ursen-Kathedrale eingefunden. «Wenn man bedenkt, wie heiss es heute ist, dürfen wir mit der Zahl der Besucherinnen durchaus zufrieden sein», meinte Model Silvia Hofer, welche für Patricia Tschanz, die in den Ferien weilende Geschäftsinhaberin von «l’amore Brautmode», die Modeschau und das Werfen des Strausses organisiert hatte. 

Im Chuchilade ging es derweil zu wie in Las Vegas. «Pfarrer» Werner Biermeier traute die willigen Paare im Akkord und stellte ihnen auch einen offiziell inoffiziellen Trauschein aus, gültig für einen Tag. «Wir sind Spassvögel von der Vogelwarte Sempach und wollten beringt werden», sagte Ueli Marbot. «Wir finden es eine coole Aktion der Stadt Solothurn, da machen wir gerne mit», ergänzte Angela Föllmi. Die Chancen, dass das Paar aus Grasswil auch im echten Leben einmal heiraten wird, schätzt der Bräutigam auf «50 zu 50. Sie ist dafür, ich bin dagegen.» «Hauptsache, du hast recht und ich meinen Frieden», entgegnete darauf die Braut.

Heiraten wie in Las Vegas

Heiraten wie in Las Vegas

Typisch Vegas: Blitzhochzeit in einer Elvis-Kapelle! Schon für 209 Dollar kann man sich in der Wüstenstadt spontan das Ja-Wort geben. So etwas gibt es nur in Amerika? Nein, denn heute muss man dafür nicht mehr nach Las Vegas pilgern, sondern nach Solothurn.

Deutlich ruhiger ging es im grossen Saal des Zunfthauses zu Wirthen zu. Hier richtete Corinne Schöni alles für ein Hochzeitsfest her, inklusive dunkelroten Rosen auf weissen Tischtüchern. «Ab und zu ist ein Paar vorbeigekommen. Es waren nicht sehr viele, dafür war jeweils das Interesse gross», fasste die Inhaberin des Zuchwiler Geschäfts «Schöni Gschänk» den Erfolg ihrer Werbeaktion zusammen.

Mässiges Interesse und wenig Besucher

In einer Zeit, in der auf der ganzen zivilisierten Welt der Ruf nach vorbehaltsfreier Gleichberechtigung zu hören ist, liess die schönste Barockstadt der Schweiz die romantischen Klischees des Heiratens hochleben. Schönes Weibchen, imposantes Männchen. Diese Botschaft sandte die Stadt an ihre Besucher, aber nur mit mässigem Erfolg. Das Heiraten kann fürs Kleingewerbe ein sehr interessantes Geschäft sein, denn für den schönsten Tag im Leben einer Frau – um ein weiteres unemanzipiertes Klischee zu bedienen – sind viele Brautpaare bereit, sehr viel Geld auszugeben. Mit seiner barocken Kulisse könnte Solothurn durchaus ein grösseres Stück des lukrativen Hochzeitskuchens abschneiden. Aber es war ganz einfach zu heiss für einen solchen Anlass, das Heiraten beschäftigt jeweils nur einen extrem kleinen Teil der Bevölkerung, viele sind gerade in den Ferien, und dann machte auch noch der Wind einen Strich durch eine der angekündigten Hauptattraktionen: Skydive Grenchen konnte den Fallschirmabsprung im Brautkleid und Landung auf der Chantierwiese wegen Sicherheitsbedenken nicht durchführen.

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