Glace

Bounty, Bier oder Wein: Das Solothurner Gelati-Angebot ist gross

Solothurner Schleckmäuler haben die Qual der Glace-Wahl. (Symbolbild)

Solothurner Schleckmäuler haben die Qual der Glace-Wahl. (Symbolbild)

Es ist Glacezeit. In Solothurn herrscht derzeit ein regelrechter Gelateria-Boom. Die Besitzer sind sich einig, dass das Eis selbst produziert werden muss. Auch originelle Rezept-Kreationen tragen zum Erfolg bei.

Gelaterias gehören in Solothurn zum Strassenbild. Abgesehen von Kebab und «Coffee to go» dürfte kein Gastrozweig so schnell gewachsen sein. Gleich drei neue Glace-Anbieter eröffneten letztes Jahr: die Vitaminstation am Stalden, das Russissimo am Landhausquai und die Gelateria Bar Italia nahe Westbahnhof. Trotz grosser Konkurrenz und verregnetem Frühling ziehen neue und alteingesessene Glace-Verkäufer eine positive Zwischenbilanz.

Es laufe «gäng wi gäng» und das heisse gut, erklärt Stephanie Privé, Geschäftsführerin des Bistraito am Marktplatz. Sie habe mehr Umsatz mit Glace gemacht als in den Jahren zuvor, erklärt sie im Nachfassen.

Toni Russo, hauptberuflich Banker, nebenbei Betreiber des Russissimo, erklärt, er habe unter dem langen Frühling gelitten. Bis zu 30 Prozent weniger Umsatz verzeichnete er. Mit dem besseren Wetter kamen nun die Kunden.

Karin Hügli, Co-Geschäftsführerin der Vitaminstation, schlägt ähnliche Töne an: «Natürlich haben wir uns einen schöneren Frühling gewünscht, aber die fünf Wochen super Wetter am Stück machten vieles wett.»

Paolo Ammendolia, Geschäftsführer der Gelateria Bar Italia, erhofft sich für diese Saison mehr Kunden. Der Standort nahe dem Westbahnhof spreche sich rum, das Geschäft läuft bereits viel besser als letztes Jahr, erklärt er.

Aussergewöhnliche Glace-Sorten

Ein wasserdichtes Erfolgskonzept für eine Gelateria gebe es nicht, ausser dass die Gelati selbst gemacht sein müsse, sind sich die Glace-Meister einig. Zehn Teile Milch, ein Teil Rahm, Zucker und einige geheime Zutaten bilden das Rezept, das laut Russo die echten italienischen Gelati nach Solothurn bringen soll.

Hügli erklärt, dass an den Rezepten der Vitaminstation bestimmt Tausende Male Änderungen vorgenommen worden sind. Das Ziel sei, dass jede Sorte Glace so schmecke, wie sie angeschrieben sei. Für Allergiker wird in der Gelati Bar Italia milchzuckerfreie Glace angeboten. Auch sonst zeigt man sich nahe dem Westbahnhof experimentierfreudig. Glace-Varianten wie Bounty locken in der Vitrine.

Aussergewöhnliche Sorten schuf auch schon das Bistraito. Für das Jubiläum einer Brauerei habe man eigens eine Bier-Glace kreiert, erklärt Privé. Auch eine Wein-Glace sei bereits entstanden. Doch bei allen Gelati-Meistern verkaufen sich die Klassiker weiterhin am besten: Schokolade, Stracciatella und Caramel lassen sich den Rang so schnell nicht ablaufen.

Gelateria-Boom in Solothurn

Warum sie eine Gelateria in Solothurn eröffneten, erklären die Neuen: «Am Aaremürli ist das Gefühl wie in den Ferien», so Toni Russo. Karin Hügli erklärt: «Wir verkaufen bereits seit 2005 selbst gemachte Glace am samstäglichen Markt.» Eine Gelateria zu eröffnen, sei die logische Folge des erfolgreichen Marktstandes gewesen.

Auch Paolo Ammendolia plante bereits zwei Jahre an einem Lokal. Dass gleich drei neue Gelaterias letztes Jahr auf den Markt drängten, überraschte ihn.

Kein Problem mit den neuen Mitbewerbern hat Stephanie Privé. Das Bistraito verkaufe seit Jahren hausgemachte Glace. «Es gibt sicher genug Gelaterias in Solothurn», sagt sie. Das Angebot sei jedoch vielfältig und ergänze sich gegenseitig. «Die anderen Anbieter haben abends länger geöffnet als wir.» So fänden alle Glace-Liebhaber zu ihrem Gelato.

Meistgesehen

Artboard 1