Solothurn

Archaische Säulen aus Blei und Rost stehen in der Freitagsgalerie im Dialog

Bernd Wehners "Torsi" aus Blei und Bilder mit Rost gemalt in der Freitagsgalerie Solothurn.1U0A9789

Bernd Wehners "Torsi" aus Blei und Bilder mit Rost gemalt in der Freitagsgalerie Solothurn.1U0A9789

Der in Freiburg im Breisgau lebende Künstler Bernd Wehner stellt nach 2012 zum zweiten Mal in der Freitagsgalerie in Solothurn aus.

In Rolf Imhofs Freitagsgalerie an der Kreuzgasse 5 in Solothurn erblickt man zurzeit Archaisches, archäologisch Anmutendes. Graue Stelen in verschiedenen Grössen stehen in zwei Gruppen arrangiert im Raum; an den Wänden hängen unterschiedlich-formatige Bilder, die sich einem Thema widmen: dem Gefäss.

So urtypisch Stelen und Gefässe für die Kultur der Menschheit sind, so untypisch sind die Materialien, die der Freiburger Künstler Bernd Wehner (*1943) dafür verwendet. Es sind Blei und Rost - Werkstoffe, denen wir mehrheitlich eher ablehnend gegenüberstehen. Rost muss weg, Blei ist giftig.

Und doch schafft Wehner mit der Verwendung dieser Materialien eine Kunst, die fesselt. Die Stelen, oder wie er sich nennt «Torsi», verfügen über ein Innenleben aus Karton.

Gleiches Objekt - unterschiedliche Formen

Er baut diese Objekte in ganz unterschiedlichen Ausformungen: mal schlank und gross, dann wieder eher behäbig und klein; hübsch und handlich oder aggressiv und fordernd. Er überklebt diese Formen dann mit einer Bleifolie, die er Stück für Stück zurechtschneidet. Zusammengehalten werden die Segmente von Bitumen, welches dann mit pechschwarzen Konturen die Formen nochmals akzentuiert.

Man erinnert sich an kubistische Formen und fragt sich: Wer steckt da drin? Wurde etwas zerlegt und neu zusammengesetzt? Die Formen, die dreidimensional im Raum stehen, nimmt Wehner zweidimensional auf den Bildern wieder auf. Hier verwendet er aber als Farbträger Rost, den er zerreibt und in mehreren Schichten aufs Papier bringt. Dem Formenreichtum ist keine Grenze gesetzt. Bekannt ist der Künstler auch durch Wandreliefs aus Karton. Ein solches Exponat ist auch in der Freitagsgalerie zu entdecken.

Kunst in einer Galerie derzeit auszustellen ist eine organisatorische Herausforderung. Rolf Imhof meistert sie auf seine ganz eigene Weise: indem er die grosse Fensterfront der Einraum-Galerie öffnet, wird sie zu einem «Kunst-Kiosk», sagt er.

Bis 9. Oktober. Jeweils Freitag von 16 bis 20 Uhr. Nach Vereinbarung Tel. 032 622 64 34

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