Solothurner Biertage

An den Biertagen braucht niemand zu verdursten

Am Donnerstagnachmittag sind die 13. Solothurner Biertage eröffnet worden. Noch bis Sonntag können in und um die Reithalle Biere von 36 Kleinbrauereien degustiert werden.

Man nehme 36 Schweizer Kleinbrauereien, lassen sie in einem Zelt ausstellen und degustieren, der Rest erledigt sich mit schönem Wetter im Biergarten hinter der Reithalle von selbst. Nach dieser Rezeptur hat Alex Künzle die 13. Solothurner Biertage lanciert, «wobei die Reithalle diesmal fürs Essen und Trinken sowie die Musik reserviert ist», wie der «Öufi»-Macher bei einer Tulpe eben doch ausländischem Weizenbier aus – Liechtenstein sachlich feststellte.

Die Gästeschar zur offiziellen Eröffnung, angeführt von Ständerat Roberto Zanetti, erfuhr von Künzle, dass «der Boom der Kleinbrauereien ungebrochen anhält und ständig neue entstehen.» Das hätten auch die Schlossherren in Rheinfelden gemerkt und versuchten deshalb neuerdings mit «Bier-Innovationen des Jahres» den Markt aufzumischen.

«Aber die kann man hier nicht probieren», verwies Künzle auf die drei Dutzend Kleinbrauereien, die in Solothurn während den nächsten Tagen gegen 150 Biersorten anbieten. «Denn wir Kleinen können es uns noch leisten, geschmackvolle Biere herzustellen», hieb Künzle nochmals in die Kerbe gegen die «Grossen». Auch kam er auf die Versuche «zwischen Chur und Zürich» zu sprechen, die Solothurner Biertage zu kopieren. Was ein Ansporn sei, das Original vor dem Baseltor weiter zu entwickeln.

Entschleunigt in den Abend

Für den ersten Lacher sorgte Alex Künzle mit dem Bonmot «Man kann die Sorgen nicht mit Alkohol fortspülen. Aber mit Milch funktionierts auch nicht.»

Schon eher zum Relaxen und Lachen brachte in der Folge die Gästeschar Thomas Leuenberger, heute als «Baldrian» auftretend und früher im Comedian-Duo «Flügzüg» aktiv. Im Liegestuhl fläzend philosophierte er als Entschleuniger vom Dienst im breitesten Bääärndütsch: «Wär laaangsamer läbt, isch schpäääter tot.»

Dank einem reichen Arsenal von Utensilien wie einem Drachen, der durch die Reithalle schwebte, Flügeln für eine ganze Flugstaffel auf der Bühne und vor allem einer Kaffeemühle, die dem bedauernswerten Alex Künzle den Kopf völlig verdrehte, sorgte Baldrian für beste Unterhaltung und einen entschleunigt-gemütlichen Start in die Solothurner Biertage.

Dabei ist für Speis und Trank reichlich gesorgt, denn in der Reithalle, die als Festbeiz mit musikalischer Unterhaltung dient, braucht niemand zu verdursten: Gleich 30 Zapfhahnen an der 12 Meter langen Biertage-Bar sorgen für schäumenden Nachschub. Zumindest noch am Freitag lockt auch das Qutdoor-Geniessen im grosszügigen, wenn auch etwas staubigen Biergarten – ab Samstag dürfte dagegen Petrus sein Veto einlegen.

Und für Fachsimpeln über die neuesten Craft-Biertrends oder sonstige exotischen Biersorten steht im grossen Zelt viel Fachkompetenz hinter den Tresen. Ostschweizer Brauer, eine Tessiner Brauererei, die starke Phalanx der Berner Biere und die kresativen Romands stellen sich dem Gaumenvergleich mit den regionalen Cracks.

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