«Mer fröie üs ufne zfridni, frohi Wienacht» tönt es aus dem Zelt im Kreuzackerpark. Der Balsthaler Lehrer und Solo-Sänger Simu Fankhauser sitzt am Piano und versucht die anwesende Kinderschar zum Mitsingen zu animieren.

Kinder sowie Eltern drängen sich ins Trockene. So richtig Weihnachtsstimmung kommt noch nicht auf. Das mag sicher auch etwas mit dem Wetter zu tun zu haben. Was hat Petrus denn nur mit dem Soledurner Wiehnachtsmäret?

Soledurner Wiehnachtsmäret 2018: Simu Fankhauser singt das Geburtstagslied

Simu Fankhauser singt das Geburtstagslied

Nachdem es im letzten Jahr schon regnete, hat er auch zur Eröffnung der neunten Ausgabe kein Erbarmen. Regenschirme sind demnach auch das liebste Accessoire der Markt-Besucher an diesem Tag. Auch für diejenigen, die mit den Lamas einen Spaziergang unternehmen und dabei noch etwas über Solothurn erfahren. «Die kindergerechten Stadtführungen werden zum zweiten Mal durchgeführt und sind sicher ein Highlight des Märets», meint OK-Mitglied Ursula Steiner. Die Eltern würden sich schon im Voraus erkunden, wann die Führungen mit den tierischen Begleitern stattfinden würden. «Das zeigt uns doch, dass Interesse da ist», so Steiner.

Angeführt wird die Prozession aus Kindern und Lamas von Stadtführerin Carmen Niederberger. «Die Hirten machten sich mit Schafen in Richtung Bethlehem auf. Wir haben Lamas und wandern durch Solothurn. So sollen die Kleinen die Weihnachtsgeschichte ein Stück weit nacherleben können. Unterwegs gibt Niederberger Geschichten zum Besten, zur Adventszeit wie auch zur Stadt Solothurn.

Stadtrundgang mit Lamas

Stadtrundgang mit Lamas

Am Soledurner Wiehnachtsmäret bot Stadtführerin Carmen Niederberger eine Adventsführung für Kinder an. Anstatt der Schafe, mit denen sich die Hirten in Richtung Bethlehem aufmachten, machten sich die Kinder mit Lamas in Richtung Solothurner Altstadt auf.

Dichtes Programm

Für die Kinder wird sowieso einiges geboten. Das Karussell ist nicht wegzudenken, und auch beim Kerzenziehen drängen sich Erwachsene und Kinder um die Wachsschmelzer. Märchen werden erzählt, Holzskulpturen geschnitzt, und die Drehorgel zum Klingen gebracht. Wo Simu Fankhauser den ersten Auftritt hatte, werden während des Wiehnachtsmärets noch so mancher Chor oder Musikformation auf der Bühne stehen. Zum ersten Mal singt heuer das Frauenensemble des Solothurner Mädchenchors.

Am kulinarischen Angebot hat sich nichts geändert. An den Ständen werden etwa Wiehnachtsmäret-Bratwurst, «Hörnli und Ghackets», Solothurner Wyysüppli und auch «Chäsbrägu» für den kleineren und grösseren Hunger angeboten. Nicht zu vergessen die allseits beliebten Apfelberliner. «Wir wollen bodenständig bleiben, das ist uns wichtig», betont Ursula Steiner. Deshalb finde man auch kein Bami Goreng. Das gilt nicht nur für den Food-Bereich. Etwa 75 Aussteller sind heuer präsent. Davon sind rund zehn zum ersten Mal da. Zwei sind spontan für einen erkrankten Aussteller nachgerutscht. Steiner konnte da auf die «lange Warteliste» zurückgreifen. Dass so viele dem Märet seit Beginn, also seit neun Jahren, die Treue halten, sei wunderschön.

Mit dem Eindunkeln kommen die mit Lichter dekorierten Holzhäuschen dann so richtig zur Geltung ein Sternenmeer am Aarestrand. Die weihnachtliche Musik aus den Lautsprechern und der Glühwein in der Hand lassen den Regen dann zumindest ein bisschen vergessen. Schnee wäre trotzdem schöner, lieber Petrus.