Stadttheater

Aaron Hitz kehrt für Hauptrolle zurück nach Solothurn – «Ich fühlte mich sofort wieder wie zu Hause»

Aaron Hitz fühlt sich in Solothurn schon fast wieder wie zu Hause.

Der «Heimkehr-Solothurner» Aaron Hitz spielt im Ibsen-Drama Peer Gynt die Titelrolle auf der Stadtheater-Bühne.

Vor elf Jahren wurde Aaron Hitz nach der Schauspielschule ans Theater Orchester Biel Solothurn (TOBS) engagiert. Er wirkte einige Jahre im Ensemble mit und wohnte in Solothurn. Als sich die Filmangebote häuften, verliess er das Ensemble und ist seither als freischaffender Schauspieler tätig. Jetzt ist er zurückgekehrt um die Titelrolle in der Eröffnungspremiere des Schauspiels «Peer Gynt» von Henrik Ibsen zu spielen. Premiere ist am Donnerstagabend.

Was bedeutet Solothurn für Sie?

Es war meine erste Wirkungsstätte als Schauspieler. Ich habe nachdem ich das Ensemble verlassen habe, immer wieder mal hier gespielt. Zuletzt 2015 in «Lachen verboten». Wenn ich jetzt durch die Gassen gehe und Leute antreffe, so ist es, als wenn ich nie fort gewesen wäre. Ich fühlte mich sofort wieder wie zu Hause.

Wie lebt es sich so als freischaffender Schauspieler?

Man ist zwar nicht durch ein festes Engagement abgesichert, kann sich aber mit unterschiedlichen Verpflichtungen den Horizont erweitern und neue Erfahrungen sammeln. Zuerst habe ich jede mögliche Anfrage angenommen, aber heute wähle ich bewusster aus.

Können Sie uns einige Beispiele nennen?

Filme fürs Fernsehen und fürs Kino, Theater in Zürich, Basel und Luzern, Regie bei den Laienspielern im Hoftheater in Erlach und die Entdeckung des Radios als sprachliches Gestaltungselement. Dazu kam dann noch eine Fernsehserie für das Westschweizer Fernsehen mit teilweise französischem Dialog. Im Moment hat das Pendel aber etwas zurückgeschlagen – bin ich doch eher auf der Theaterbühne als auf der Leinwand zu sehen.

Sie treten aber auch Film «Die fruchtbaren Jahre sind vorbei» auf, der gegenwärtig im Kino läuft.

Eine kleine Rolle. Zwei Drehtage. Ich spiele eine Disco-Bekanntschaft, welche bald wieder abserviert wird.

Jetzt aber zu «Peer Gynt». Wie sind Sie zu dieser Rolle gekommen?

Katharina Rupp, die Schauspielchefin des TOBS, besuchte die Derniere des «Jedermann» in Luzern und offerierte mir diese Rolle. Ich habe mich entschlossen, diese Chance zu packen und mich dieser Herausforderung zu stellen. Lustig ist, dass Max Simonischek, mein Drehpartner im «Zwingli»-Film, diese Rolle nun in Frankfurt spielt.

Peer Gynt ist eine Riesenrolle. Wie bewältigen Sie diese?

Nicht der viele Text ist für mich das Problem, sondern die Darstellung des ganzen Lebens von Peer Gynt, also vom Jüngling bis zum Greis. Natürlich kann man mit Schminke und Perücken arbeiten, aber als Schauspieler muss ich auch jeweils die seinem Alter entsprechende Körperhaltung und die Sprachgestaltung einnehmen. Ich habe während der ganzen Probenzeit alle anderen Verpflichtungen abgesagt, um mich voll auf diese Rolle zu konzentrieren.
Es gibt auch Inszenierungen, in denen ganze Akte einfach weggelassen werden. Aber das Solothurner Publikum soll das ganze Werk in einer klug eingestrichenen Fassung zu sehen bekommen. Wie bereits gesagt, eine solche Aufgabe ist eine Herausforderung an einen Schauspieler, anderseits ist es auch eine Lust, so etwas spielen zu dürfen.

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