Seit 50 Jahren bestehen die Weihere Schränzer Riedholz. Ihr haftete lange der Nimbus einer auswärtigen Gugge an. «Wir galten als Auswärtige, weil wir unsere Wurzeln in Riedholz haben, obwohl wir seit unserer Gründung 1968 aktiv ausschliesslich in Solothurn waren und 1980 mithalfen, die GUSO, die Vereinigung der Solothurner Guggen, zu gründen», entgegnet Ehrenpräsident Thomas Nyffenegger, zudem seit 2005 Präsident dieser GUSO.

Ihr Ursprung ist weder fasnächtlich noch weltlich, sondern kirchlich. Riedholz, römisch-katholisch der Pfarrei St. Niklaus zugehörig, sollte eine Pfarreifanfare erhalten. Der damalige Vikar Josef Rebsamen stattete 1967 eine Handvoll Jugendlicher mit Clairons aus. Inspiriert von der nahen Fasnachtshochburg Solothurn wollte sich diese Gruppe nicht nur religiös betätigen. So beschloss sie, 1968 eine Guggenmusig zu gründen und gab ihr den Namen «Weihere Schränzer» in Anlehnung an das Gebiet «Zu den Weihern».

In den ersten drei Jahren war das Chesslerhemd das Tenü. 1972 durften die Weihere Schränzer erstmals an den grossen Umzügen teilnehmen. «Wir waren fasnächtlich nie aktiv in Riedholz und machen auch keine Hilari-Proklamation im Dorf. Unsere Aktivitäten sind seit eh und je nach Solothurn ausgerichtet», berichtet der seit Frühling 2016 amtierende Präsident Michael Ischi, übrigens im Dorfteil Niederwil ansässig. So kennen die Weihere Schränzer auch kein fixes Stammlokal.

Stetiger erfreulicher Zuwachs

Machten 1972 25 Personen am ersten Umzug mit, wuchs die Zahl auf 30 bis 40 an. Nicht ganz die Jubiläumszahl 50 erreichen die Weihere Schränzer in ihrem Jubeljahr – es sind «nur» deren 49. Dafür kommen neun Ehemalige dazu. «Wir haben 60 Ehemalige angeschrieben und einer nimmt sogar drei Wochen Ferien und reist aus Chicago an», freut sich Ischi. Bei einem Durchschnittsalter von 24 Jahren weist das jüngste Mitglied Jahrgang 2001 aus, während der Älteste 1959 geboren wurde.

Das Einzugsgebiet umfasst Solothurn, Lebern, Wasseramt und Bucheggberg. Die Weihere Schränzer kennen kein Aufnahmeritual. Nach einem Jahr im Provisorium erfolgt die Aufnahme an der Frühlings-Generalversammlung. «Aufgrund einer kreativen Bewerbung, um die fasnächtliche Ader zu testen», so Thomas Nyffenegger. Ihr Fasnachtstreiben finanziert die Gugge dank Gönnern, Hilari-Party, Mithilfe an Festen und Vereinsanlässen wie mit der Bändeliverteilung am Märetfescht.

Musikalisch bewegt sie sich zwischen Gassenhauern, Stimmungsmusik, Pop, Rock und Jazz. «Heute arbeiten wir mit Noten und Partituren, und unser Repertoire umfasst 27 Stücke», berichtet Ischi, der die erste Trompete spielt. Jedes Jahr kommen drei bis fünf Stücke dazu, während ein, zwei wegfallen. «Wir bekennen uns als Gassen-Gugge, denn bei unserer Grösse kann nur ein Drittel in eine Beiz, es sei denn der Durst oder das Wetter zwingen uns dazu», sagt der weiterhin aktive Schlagzeuger Nyffenegger. Geprobt wird jedoch in Riedholz – in der Werkhalle des Wallierhofs.

Guggenmusik Weihere Schränzer am Guggenmusiktreffen Schwäbisch Gmünd 2018

Weihere Schränzer am Guggenmusiktreffen Schwäbisch Gmünd 2018

950 Narren jubilierten mit

Die Kostüme nähen die Weihere Schränzer selbst. Lange haben sie die Masken auch selbst gemacht. «Seit letztem Jahr stellen wir verschiedene Mottos zur Auswahl an der Frühlings-Generalversammlung vor. Unser Kreativteam macht die Umsetzung selbständig und präsentiert diese an der Herbst-GV. Wir stimmen nur über das Motto ab», erläutert Nyffenegger das jeweilig übliche Vorgehen.

Weil die Weihere Schränzer ihre Jubiläumsfeier mit ihrer in Riedholz organisierten Hilari-Party verbanden, zügelten sie in die Reithalle Solothurn. «Mit zwei Guggen aus Basel mit 250 Musizierenden und weil wir mit den Fasnächtlern feiern wollten, wechselten wir», begründet Nyffenegger, diesmal als OK-Präsident. Insgesamt feierten 950 Närrinnen und Narren. Zum Jubiläum haben die Weihere Schränzer in Anlehnung an das Öuferli der UNO einen speziellen Gönner kreiert. Zudem wurde für die Mitglieder ein eigener Pin geschaffen. «Bis 10 Jahre Mitglied ist er grau, ab 10 bronzig, ab 20 silbrig und ab 30 goldig», merkt Nyffenegger an.

Einmalig wird das Andenken ans Jubiläum. «Wir gehen nach der Fasnacht in ein Tonstudio, und diese CD wird der Gönner 2019», schiebt der Ehrenpräsident nach. Abgerundet wird das Jubeljahr mit einer dreitägigen Reise vom 7. bis 9. September mit geheim gehaltenem Ziel und Programm.