Persönlich
Das Kreuz mit dem Kontaktformular

Wie digitale Fortschritte der Verständigung Steine in den Weg legen

Daniela Deck
Daniela Deck
Drucken

Hanspeter Bärtschi / SZ

«Ich bi willkomme uf dr Combox», sang einst das «Pfannenstil Chammer Sexdeet». Eine einsame Angelegenheit, die unfehlbar zu Frust führt, bestimmt aber nicht zu einem Austausch. Was einst der Telefonbeantworter war, ist heute das Kontaktformular in Internet.

Vor sieben oder acht Jahren verschwanden sämtliche auf Kontaktformularen deponierten Botschaften im Nirwana. Zwar hat der Fortschritt der Technik diesem Malaise abgeholfen. Inzwischen kommen die Nachrichten meistens zum Empfänger. Doch das macht das Kontaktformular auch nicht beliebter.

Jedenfalls nicht bei Journalisten von Tageszeitungen. Der Grund: Bis das Formular vom Vereinsverantwortlichen oder Marketingchef gelesen wird, ist die Zeitung längst erschienen - ohne Zitat der zuständigen Person, die zu erreichen die Redaktorin sich redlich bemüht hat.

Das Kontaktformular ist zu langsam für das hektische Nachrichtengeschäft.

Wer für die Website ein solches Versatzstück einkauft, wirft Geld aus dem Fenster. Solche Leute können sich nicht vorstellen, welche Erleichterung der Anblick einer simplen Telefonnummer, mit Vorliebe Mobile, für Journalisten bedeutet.