Fulenbach

«Warum die Kirche nicht auch als Konzerthalle nutzen?»

Die Stephanskirche in Fulenbach wurde 1956 eingeweiht; rechts der Kirche das Pfarrhaus.

Die Stephanskirche in Fulenbach wurde 1956 eingeweiht; rechts der Kirche das Pfarrhaus.

Eine Arbeitsgruppe der Pfarrei St. Stephan sprach sich für eine Öffnung des Kirchenraums für weitere Anlässe aus. Denkbar wären somit beispielsweise die Aufführung von bestimmten Konzerten oder Theaterstücken. Näher geprüft wird auch die Idee, im Eingangsbereich der Kirche ein kleines «Café» einzurichten.

Anders als noch vor 50 Jahren sorgt ein Gottesdienst heute nicht mehr für volle Ränge in hiesigen Kirchen. Mit dieser Erkenntnis setzt sich die römisch-katholische Kirchgemeinschaft Fulenbach derzeit intensiv auseinander. An einer Informationsveranstaltung wurde die daraus erwachsende Frage diskutiert, wie das Gotteshaus den heutigen Umständen entsprechend genutzt werden soll.

Denn auch in Fulenbach seien Kirchenaustritte zu verzeichnen (43 von 2005 bis 2014), erklärte Kirchgemeindepräsident Hansjörg Schaad die Situation zu Beginn des Infoanlasses. Aufgrund einer Erneuerung der mittlerweile rund 60-jährigen Kirchenbeleuchtung, die nächstens sowieso anfalle, könne in diesem Rahmen gleich eine umfassendere Umgestaltung diskutiert werden. Und damit einhergehend auch die Frage, inwieweit die Stephanskirche für kirchennahe oder gar -fremde Anlässe geöffnet werden soll.

Kirche als Konzerthalle

Für eine erste Ideengenerierung wurde eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Stephan Jäggi-Blum zusammengestellt. Vom Abriss bis zum Verkauf der Kirche sei darin alles diskutiert worden, so Jäggi-Blum. Die beiden Extremvorschläge hat die Gruppe schliesslich abgelehnt, sprach sich jedoch für eine Öffnung des Kirchenraums für weitere Anlässe aus. Diese müssten aber zur Kirche passen. Denkbar wären somit beispielsweise die Aufführung von bestimmten Konzerten oder Theaterstücken.

«Warum die Kirche nicht auch als Konzerthalle nutzen?», fragte Jäggi-Blum in die Runde. Und präzisierte, man könne so vielleicht gar ein überregionales Angebot schaffen, welches bis nach Solothurn, Baden oder Basel reichen würde und auch als Alternative zum Konzertsaal des Stadttheaters Olten dienen könnte. Ebenso sei regionaler Musikunterricht für die Arbeitsgruppe denkbar, wozu die Kirche durch Trennwände in kleinere Räume unterteilt werden könnte.

Zusammenrück bei Gottesdienst

In der anschliessenden Diskussion brachten die anwesenden Pfarreimitglieder weitere Ideen ein. Umstritten war dabei unter anderem der Vorschlag, die Kirchenbänke zu entfernen, um sie durch eine flexibel einsetzbare Bestuhlung zu ersetzen. Darin sah einer der Votanten den Vorteil, die Anzahl Sitzplätze situationsgerecht verändern zu können.

Für einen Sonntagsgottesdienst könne so zum Beispiel nur eine kleinere Anzahl Stühle in Altarnähe platziert werden. «Dann sind die Leute auch näher beisammen», so sein Argument.


Damit griff der Besucher einen Input von Pastoralraumleiter Adrian Wicki auf, der anregte, die wenigen Gottesdienstbesucher durch eine Verkleinerung des Kirchenraumes durch Trennwände zusammenrücken zu lassen. «Sodass man auch als kleine Gemeinschaft noch Gemeinschaft erlebt», so Wicki.

Kniebänke sollen weg

Andere Votanten äusserten bezüglich einer Entfernung der Bänke Bedenken. Durch das Aufstellen der Stühle entstünde ein zusätzlicher Aufwand und die jeweils benötigte Platzzahl sei schwierig abzuschätzen. Zudem müssten die nicht benötigten Stühle auch irgendwo gelagert werden.

Die Entfernung oder Versetzung der ersten fünf Sitzreihen schien unter den Anwesenden hingegen weniger umstritten – ebenso die Beseitigung der Kniebänke.
Um das Näherkommen der wenigen Messebesucher zu fördern, wurde auch die Idee laut, Gottesdienste vermehrt in der kleineren Taufkapelle abzuhalten. Für Messen unter der Woche sei diese sicher gross genug, so eine Votantin.

Kinderecke hinter Glaswand

Auch die Beichtstühle waren Diskussionsthema. Diese dienten seit längerem nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck, erläuterte Kirchgemeindepräsident Schaad. Die heute vorwiegend als Abstellraum für Putzmaterial genutzte Einrichtung sei somit nicht zwingend beizubehalten. Als Dekorationselement oder Ausstellungsfläche würden sie jedoch eine nützliche Funktion wahrnehmen, befanden einige Besucher.

Ausserdem hätten die Beichtstühle einen Einfluss auf die Akustik im Kircheninnern. Diese sei auch entscheidend für den Klang der Kirchenorgel, weshalb einige Diskutanten auch dem Trennwand-Vorhaben eher kritisch gegenüberstanden.

Weitgehend positiv eingestellt schienen die Anwesenden gegenüber dem Vorschlag zu sein, eine Nische, die derzeit noch weitere Sitzbänke enthält, mit einer Glaswand zu verschliessen, um den so entstehenden neuen Raum umnutzen zu können. Pastoralraumleiter Wicki äusserte die Idee, darin eine Kinderecke einzurichten.

Die auf Zustimmung gestossenen Vorschläge werden nun von der Arbeitsgruppe weiterverfolgt. Näher geprüft wird auch die Idee, im Eingangsbereich der Kirche ein kleines «Café» einzurichten, wo man nach dem Besuch eines Gottesdienstes zusammen noch etwas verweilen kann.

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