Viermonatige Bauphase

Vorgesehene Bauzeit klar unterboten: Kreisel in Kappel ist saniert

Der Kreisel in Kappel ist saniert: Ab Freitag gegen Mittag wird der Verkehr wieder im gewohnten Rahmen fliessen.

Der Kreisel in Kappel ist saniert: Ab Freitag gegen Mittag wird der Verkehr wieder im gewohnten Rahmen fliessen.

Einen Monat früher als geplant wird der Kreisel am Kreuzplatz in Kappel wieder eröffnet. Die Umleitung wird nun aufgehoben und in den kommenden Wochen rückgebaut. Die Sanierung ist zwar erfolgreich abgeschlossen, doch führte die viermonatige Bauphase zu Umsatzeinbussen für Gewerbetreibende.

Einen Monat früher als geplant wird der sanierte Kreisel an Kappels Kreuzplatz am Freitag seiner Bestimmung übergeben. In den vergangenen vier Monaten wurde der fragliche Abschnitt mit einem Betonbelag versehen, dessen Durchmesser um zwei Meter erhöht und die Einwohnergemeinde Kappel hatte ihr darunter verlaufendes Leitungswerk erneuert.

Hinzu kommt die Neugestaltung der Bushaltestelle Kappel Kreuz. Das Vorhaben war nicht umstritten, aber dessen Begleitumstände wie etwa die grossräumige Umfahrung des Dorfes provozierten bei vielen Nutzern anfänglich ein verständnisloses Kopfschütteln. So nach und nach aber schliffen sich die neuen und ungewohnten Wege im Gedächtnis der Automobilisten ein.

Fünf Monate vorgesehen

Vorgesehen war eigentlich eine Bauzeit, die bis Anfang Dezember reichen würde. Grund für die verkürzte Bauzeit: Die andauernd einspurige Verkehrsführung und das vom Kanton als Bauherr gewählt Anreizsystem: «Die termingerechte Vollendung der Arbeiten wurde mit einer Bonuszahlung an die ausführende Baufirma quittiert», so Adrian Schaad, zuständiger Projektleiter beim kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT).

Fazit: Das gewählte Konzept hat sich durchaus bewährt. «Zum einen hat es sich als effizient erwiesen, die Baustelle konsequent einspurig zu führen», präzisiert der Mann vom AVT. Zum andern sei die Umleitung, wenn auch nach Anfangsschwierigkeiten, von den Verkehrsteilnehmern gut angenommen worden.

Und: «Natürlich gabs auch Diskussionen mit Quartierbewohnern, die wegen der Umleitung mit vermehrter Verkehrsbelastung konfrontiert waren», so Schaad. Aber man habe sich arrangieren können und den Rank gefunden. «Es war stets unser Bemühen, das Vorhaben an diesem neuralgischen Ort möglichst rasch fertigstellen zu können», sagt Schaad.

Mit der Wiedereröffnung des Kreisels wird die besagte Umleitung nun aufgehoben und in den kommenden Wochen rückgebaut, so wie dies bereits vor ihrer Inbetriebnahme vorgesehen war.

Umsatzeinbusse: zehn Prozent

Die Sanierung ist zwar erfolgreich abgeschlossen, doch bleiben Gewerbetreibende an der Mittelgäustrasse zurück, die von den Bauarbeiten wirtschaftlich wohl am stärksten tangiert wurden. So auch Erwin Huber von der lokalen Chäsi. Er weiss von einem doch bedeutenden Kundenminus zu berichten.

«Im Vergleich zum Vorjahr besuchten uns im Juli 400 Kunden weniger, im August fehlten 300, im September 250», so der Ladenbetreiber, der vom Oktober zwar noch keine Zahlen nennen kann, aber insgesamt mit einer zehnprozentigen Umsatzeinbusse rechnet.

Huber wirtschaftet seit bald zwei Jahrzehnten auf der Chäsi und ist bereits zum dritten Mal von grossen Bauarbeiten tangiert. Also kommt die Einbusse wenig überraschend. «Klar habe ich damit gerechnet», sagt er und hofft gleichzeitig, dass die Kundschaft nicht kopfscheu geworden sei und den Weg in die Chäsi wieder vermehrt findet.

Die Frage, ob der Umsatzeinbruch tragbar sei, beantwortete er mit der Bemerkung, er sei auch «draussen» im sogenannten Partyservicesegment aktiv. Im Übrigen aber ist Huber überzeugt: «Machen kann man ja eh nichts gegen die durch den Bau bedingten Einschränkungen; also nützt uns jammern auch nichts. Man muss da einfach durch.»

Ein Kränzchen den Kunden

Ins selbe Horn stösst auch Brigitta Caggia-Studer, Chefin im örtlichen Restaurant Pöstli. «Einfach nur motzen: Das bringt ja auch nichts», sagt sie, aber doch froh, dass die Baustelle wieder geräumt wird. Anfänglich hätte sie die Auswirkungen im Restaurant zu spüren bekommen, aber mit der Zeit habe sich alles wieder mehr oder weniger normalisiert.

Nicht ganz selbstverständlich für die Pöstli-Chefin. «Ich darf meiner Kundschaft wirklich ein Kränzchen winden», gibt sie denn auch zu verstehen. «Es kommt halt auch drauf an, ob man sich mit der neuen Situation arrangieren kann oder nicht», meint die Wirtin. Vieles sei halt auch eine Frage der Gewohnheit.

Eine Umsatzeinbusse von rund 20 Prozent muss Hans Friedli von der gleichnamigen Metzgerei hinnehmen. Auch er ist davon wenig überrascht. «Wir haben gewisse Erfahrungen mit Strassenbauprojekten», sagt er in Anlehnung an die Aussagen Hubers. Natürlich versuche man mit speziellen Aktionen, den Umsatzrückgang zu minimieren, erklärt Friedli, der sich im Übrigen einen einvernehmlicheren Variantenentscheid bezüglich Umleitung gewünscht hätte.

Man sei einfach vor Tatsachen gestellt worden, meint er. Auch die Signalisation wollte ihm nicht recht passen. «Viele Kunden haben uns angerufen, ob wir überhaupt noch per Auto erreichbar seien, weil die Zufahrtssignalisation am Dorfeingang missverständlich war», so der Metzger weiter.

Aber item: Friedli nimmt mit Freude zur Kenntnis, dass die Strasse ab Freitag wieder im gewohnten Rahmen genutzt werden kann. Dann nämlich stellt sich bei ihm die Laufkundschaft wieder ein, die er in den letzen vier Monaten vermisst hat.

Autor

urs huber

urs huber

Meistgesehen

Artboard 1