Olten

Stadt ändert Strategie: Wird das Hübeli vom Schul- zum Kunsthaus?

Attraktive Liegenschaften könnten in den nächsten Jahren fürs Gewerbe frei werden: das heutige Naturmuseum (links) und das Kunstmuseum (Mitte).

Attraktive Liegenschaften könnten in den nächsten Jahren fürs Gewerbe frei werden: das heutige Naturmuseum (links) und das Kunstmuseum (Mitte).

Es sieht so aus, als ob die Stadt bei der Museumsplanung einen Strategiewechsel vorgenommen hat: Statt wie bisher beabsichtigt in die frei werdende Naturmuseums-Liegenschaft, könnte das Kunstmuseum dereinst ins Hübeli umziehen.

Die Tage des Kunstmuseums am jetzigen Standort an der Kirchgasse 8 sind gezählt: Die Räume sind nicht gemacht für grössere Kunstwerke und das Depot ist zu klein. Zum anderen will die Stadt die repräsentative Adresse nutzen, um einen Anbieter für die Belebung der Innenstadt an Land zu ziehen.

Die bisherige Strategie war, dass das Kunstmuseum in die Räumlichkeiten des Naturmuseums zügelt. Letztes wird Mitte September dieses Jahres geschlossen und nachher geräumt, bevor es im Herbst 2019 im Haus der Museen an der Konradstrasse 7 wiedereröffnet.

Umzug wahrscheinlicher

Mit der vom Stadtrat beabsichtigen Schliessung des Hübeli-Schulhauses könnte dies nun ändern: Statt ins Naturmuseum wird nun ein Umzug ins Hübeli wieder wahrscheinlicher, falls das Gemeindeparlament am Donnerstag zustimmt, den Schulstandort Hübeli aufzuheben und die Schüler in den geplanten Neubau im Kleinholzquartier zu verlagern.

Damit würden in der Innenstadt an bester Lage gleich zwei Liegenschaften frei, die dem Gewerbe zur Verfügung stünden. «Zieht das Kunstmuseum ins Hübeli, stünde eine städtische Nutzung für die beiden freiwerdenden Museums-Liegenschaften nicht im Vordergrund», sagt Stadtentwickler Markus Dietler auf Anfrage.

Er bestätigt, dass die Testplanung, welche nach dem Volks-Ja zum Haus der Museen für die Häuserzeile Kirchgasse 4, 8 und 10 vorgesehen war, nicht durchgeführt wurde. «Es ergibt keinen Sinn, bei einer unsicheren Ausgangslage Geld für eine Planung auszugeben. Wir wollten unter anderem den Entscheid abwarten, was mit dem Hübeli passiert.»

Schnelle Lösung erwünscht

Neben der Schulplanung hat auch der Besitzer der Liegenschaft an der Kirchgasse 4, in der bis im Mai ein Food-Court einzieht, die Sache durchkreuzt. Die Stadt interessierte sich für den Kauf, der aber nicht zustande kam. Verhandelt wurde im Jahr 2016 auch mit diversen Playern aus dem Detailhandel, unter anderem mit der Migros, die an einer Nutzung der Häuserzeile Interesse zeigten.

Auch in diesem Fall geht nach der Sanierung der Kirchgasse 4 derzeit nichts mehr. Aus der Sicht der Stadt wäre es daher von Vorteil, wenn schnell einmal klar wäre, wohin das Kunstmuseum zügelt. Das sieht auch Dietler so: «Dass es in der Museumsplanung vorwärtsgeht, ist im Interesse der Stadtentwicklung.»

Museum unterstützt Idee

Kunstmuseums-Direktorin Dorothee Messmer könnte sich mit einem Umzug ins Hübeli gut anfreunden: «Das wäre ein toller Standort, wir wären sehr glücklich damit.» Zum einen sei dort im Vergleich zur Naturmuseums-Liegenschaft ein benötigter Anbau als Depot einfacher machbar, zum anderen gäbe es auch mehr Platz im bestehenden Gebäude.

Für Stadtentwickler Dietler wäre das Hübeli-Gebäude ein repräsentativer Bau, vor dem künftig auch die neue Bushaltestelle stehen wird. Er betont allerdings: «Der Schulstandort soll nicht wegen des möglichen Kunstmuseums-Umzugs aufgehoben werden» – und schiebt die Nachteile des Hübelis als Schulhaus aus Stadtratssicht nach: zu wenig Platz, keine Turnhalle und teurer im Vergleich mit nur einem Schulstandort im Kleinholz.

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