Mehrere Massnahmen

Sportpark Olten AG muss sparen – künftig gibts weniger Eiszeit für Kinder

Statt im Oktober können die Kinder und Jugendlichen dieses Jahr erst im November auf der Ausseneisbahn Schlittschuh laufen gehen.

Statt im Oktober können die Kinder und Jugendlichen dieses Jahr erst im November auf der Ausseneisbahn Schlittschuh laufen gehen.

Die Sportpark Olten AG will mit mehreren Massnahmen Geld sparen – unter anderem werden die Betriebszeiten auf dem Eis kürzer, und die 12 Aktionärsgemeinden neben der Stadt Olten sollen doppelt so hohe Beiträge zahlen.

Olten hat mit dem Eisstadion Kleinholz und dem dazugehörigen Ausseneisfeld neben Zuchwil als einzige Gemeinde im Kanton Solothurn auch ein kontinuierliches Wintersportangebot. Das kostet Geld. Das jährliche Budget der Betreibergesellschaft Sportpark Olten AG beträgt rund 1,4 Millionen Franken. Der Finanzplan sieht bis zur Saison 2025/26 einen jährlichen Fehlbetrag von durchschnittlich 130'000 Franken vor. Dies ist aus Sicht der Betreibergesellschaft auf drei Gründe zurückzuführen: Erstens wurde im Rahmen der politischen Diskussion der von der Stadt Olten verlangte Beitrag von 790'000 Franken um 90'000 Franken gekürzt. Zweitens hat der Skaterpark bei der Trendsporthalle eine neue Heimat gefunden.

Damit fehlen jährlich 15'000 Franken. Und drittens würden der Sportpark Olten AG Mehrerträge in Höhe von rund 10'000 Franken entgehen, weil die Anlage im Kleinholz offen und damit ohne Zutrittskontrolle ist. Dies missbrauchten einige Benutzer und zahlten keinen Eintritt. Um den Fehlbetrag in den nächsten Jahren auszugleichen, hat der Verwaltungsrat im Frühling ein Massnahmenpaket beschlossen, das Geschäftsführer Viktor Müller in einem Gespräch mit dieser Zeitung ausführt:

  • Die Betriebszeiten des Ausseneisfeldes werden eingeschränkt: Statt wie bisher von Anfang/Mitte Oktober bis Ende Februar wird das Eisfeld noch ab Anfang November bis zur dritten Februar-Woche geöffnet sein. Als Ausgleich dazu werden dafür die Nutzungszeiten in der Eishalle morgens um eine halbe Stunde erweitert. So können Energie-, aber auch Personalkosten gespart werden. Weil zudem im Sommer weniger Veranstaltungen durchgeführt werden, benötigt die Sportpark Olten AG insgesamt 60 Stellenprozente weniger. Zusätzliche Einsparungen bei den Energiekosten von bis zu 10 Prozent will die Sportpark Olten AG mit der neuen Kältezentrale erreichen, die nächsten Sommer installiert werden soll. Im Budget 2020 der Stadt Olten ist die Investition von 725'000 Franken vorgesehen. Mit all diesen Massnahmen will man insgesamt 50'000 bis 70'000 Franken pro Jahr an Betriebskosten sparen.
  • Zur finanziellen Gesundung der Betreibergesellschaft sollen auch die zwölf Aktionärsgemeinden (ohne Olten) beitragen. Statt wie bisher 42'600 Franken sollen sie ab der Saison 2020/21 den doppelten Beitrag in Höhe von 85'200 Franken zahlen. Die Gemeinden erhalten als Gegenleistung dafür Eislaufabos für die Schulkinder im Gegenwert von rund 400 000 Franken. «Die Gespräche mit den Gemeinden verliefen sehr erfreulich», sagt Müller. Mit einer Ausnahme: Trimbach wird künftig keinen Beitrag mehr zahlen und erhält dadurch auch keine Saisonabos mehr (siehe Box). Weil damit 20'000 Franken wegfallen, wird die Sportpark Olten AG weitere Gemeinden in der Region um einen Beitrag angehen, die bisher keine Aktien besitzen, um den nicht budgetierten Ertragsausfall kompensieren zu können.
  • Nicht zuletzt kommt es zu Tarifanpassungen. Die Schlittschuhmiete kostet neu 8 statt 7 Franken. Zudem werden die Eissportvereine tiefer in die Tasche greifen müssen oder erhalten weniger Subventionen. Damit sollen knapp 40'000 Franken mehr in die Sportpark-Kasse fliessen.

Mit dem Massnahmenpaket hofft Geschäftsführer Viktor Müller, die finanzielle Situation der Sportpark Olten AG in den nächsten Jahren so zu stabilisieren, dass sie dereinst auch wieder Investitionen unter 100'000 Franken selbst tätigen kann. Die neu knapp 800'000 Franken, welche die 13 Aktionärsgemeinden inklusive Olten ans Budget der Betreibergesellschaft beitragen würden, sind überlebenswichtig. «Wir sind zu über 50 Prozent abhängig von der öffentlichen Hand», sagt Müller. Sie kämen ohne dieses Geld nicht aus und müssten die Tarife für die Eintritte oder die Vereine stark erhöhen, würde diese Unterstützung plötzlich wegfallen.

Neue Leistungsvereinbarung mit der Stadt Olten

Einen Anfang hat diese Woche die Stadt Olten getan: Sie hat die dreijährige Leistungsvereinbarung, die bis Ende Juni 2022 läuft, mit den angepassten Bedingungen abgesegnet, wie die Stadtkanzlei mitteilte. Dies wurde nach der Abstimmung vergangenen März nötig. Wie bisher erhält die Sportpark Olten AG 700'000 Franken als Betriebsbeitrag ans Budget, allerdings neu unbefristet. Für die Leistung des Betriebskostenbeitrages von 390'000 Franken erhalten alle schulpflichtigen Oltner Kinder ein Gratis-Saisonabo für den öffentlichen Eislauf.

Die jährlichen Beiträge beinhalten zudem Subventionen an die Oltner Eissportvereine in der Höhe von 310'000 Franken. Nicht genutzte Subventionen verfallen für den Verein am Ende des jeweiligen Betriebsjahres. Wenn ein Verein während dreier Saisons die Subventionen nicht nutzt, sollen diese Beiträge in Koordination mit der Direktion Bildung und Sport neu auf die Eissportvereine verteilt werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1