Es war kein Abend der Wahlstrategen; die Hauptaufgabe hatten diese bereits im Vorfeld erledigt. Ergebnis der SP-Versammlung am Montagabend: Die Partei schickt Marion Rauber als Kandidatin in den zweiten Wahlgang zu den Stadtratswahlen; der ebenfalls gut klassierte Simon Gomm von der Jungen SP Region Olten verzichtet dagegen auf eine Teilnahme. Damit sollen die Kräfte gebündelt werden, wie man so schön sagt.

Diese Strategie möglich gemacht hat die grüne Stadträtin Iris Schelbert, die – wie sie gegenüber dieser Zeitung bestätigte – ebenfalls zur zweiten Ausmarchung antreten wird. Nicht wirklich eine Überraschung. Aber die SP wäre auch für ein anderes Szenario gewappnet gewesen. Wie sagte der frisch gewählte Kantonsrat Simon Gomm doch so schön: «Wäre die Iris nicht mehr gekommen, ich wär mit Freude noch einmal angetreten.»

Komfortable Lage

Dass sich die Partei in einer komfortablen Lage befindet, war in jeder Sekunde der Versammlung heraus zu spüren. Mit Thomas Marbet hat sie nach dem ersten Umgang bereits ein Stadtratsmandat im Trockenen, den zweiten Wahlgang tritt sie zusammen mit der einstimmig nominierten und bis in die Haarspitzen motivierten Kandidatin mit grösster Zuversicht an.

Die 50-jährige Rauber lag nach dem ersten Wahlgang auf Rang fünf mit deutlichem Vorsprung auf ihre nächste Verfolgerin, Monique Rudolf von Rohr von der FDP. Rauber darf auf die uneingeschränkte Unterstützung der Jungen SP Region Olten zählen. So nebenbei erklärte ein gut gelaunter Marbet auch Annahme seiner Wahl.

Die gut zwei Dutzend Parteigänger nominierten dann mit Peter Schafer auch einen Nachfolgekandidaten für den Bürgerrat, nachdem Dieter Ulrich sein Mandat per Ende Amtsperiode zur Verfügung stellt. Und schliesslich hatte die Partei auch noch einen Sitz in der Altstadtkommission neu zu besetzen, nachdem Reto Esslinger demissioniert hatte. Die Partei konnte sich gar den Luxus leisten, aus zwei Kandidierenden, Paul Dilitz und Sara Schibler, wählen zu können. In der geheimen Wahl obsiegte schliesslich die Architektin Sara Schibler.

Alles in allem eine runde Sache, diese Parteiversammlung. Auch wenn das Präsidium bis nach den Wahlen unbesetzt bleibt. «Aber es läuft auch so nicht schlecht», meinte ein zufriedener Fraktionspräsident Ruedi Moor.