Olten

So kundenfreundlich sind die Tarife in den Parkhäusern

Im Parkhaus Hübeli bezahlt man für die Parkdauer von 5 Stunden und 5 Minuten 11 Franken.

Im Parkhaus Hübeli bezahlt man für die Parkdauer von 5 Stunden und 5 Minuten 11 Franken.

Wie kundenfreundlich sind die Oltner Parkhäuser? Eine Analyse zeigt: Weil oft nur im Stundentakt abgerechnet wird, zahlen vielen Automobilisten mehr als sie eigentlich müssten.

Kürzlich veröffentlichte das Schweizer Konsumentenmagazin «K-Tipp» einen Überblick über die Abrechnungsmodelle in Schweizer Parkhäusern. Das Fazit: In den meisten Parkhäusern grösserer Städte wie Bern oder Zürich zahlen Automobilisten zu viel. Betreiberfirmen rechnen im kundenunfreundlichen Stundentakt ab. Wer eine Stunde und eine Minute parkiert, zahlt bereits für zwei Stunden. Diese Zeitung hat analysiert, wie die Situation in Olten aussieht.

Für eine aussagekräftige Darstellung hat die Redaktion die je drei grösseren Parkhäuser auf der rechten und auf der linken Stadtseite gewählt. Dabei fällt auf, dass Autofahrerinnen und Autofahrer auf der linken Stadtseite grösstenteils günstiger parkieren. Eine Nachfrage bei der W. Thommen AG, welche auf beiden Seiten der Aare ein Parkhaus betreibt, gibt dazu Aufschluss. «Wir haben unsere Tarife im Hübeli denjenigen der Aussenparkplätze der Stadt Olten angeglichen. Bei uns erhält man aber fürs gleiche Geld mehr Sicherheit und Schutz», sagt Daniel Blaser.

Parkhäuser passen Preise der Stadt an

Von insgesamt 859 öffentlichen Parkplätzen, welche die Stadt bewirtschaftet, befinden sich 770 auf der linken Stadtseite. Die Parkhäuser konkurrieren dort also nicht nur untereinander, sondern passen sich auch den Preisen der Stadt an. Wer für 1 Stunde und 33 Minuten parkiert, zahlt in der Schützenmatt Fr. 1.50; für 5 Stunden und 5 Minuten Fr. 5. 50.

Diese Preise können lediglich die Parkhäuser Hammercenter und Hammer II unterbieten. Trotzdem könnte das Parkieren im Hammer II noch fast einen Franken günstiger sein, wenn im Minuten- statt im Stundentakt abgerechnet würde. Darf man eine minütliche Abrechnung überhaupt fordern, wenn die Tarife auch sonst schon tief angesetzt sind? Dazu wollte die Betreiberin Privera AG der beiden Parkhäuser nicht Stellung beziehen. Auch ob sie vorhabe, ihr Bezahlmodell in naher Zukunft anzupassen, sagte sie nichts.

Geäussert hat sich auf Anfrage der Redaktion jedoch die Genossenschaft Migros Aare, die das Parkhaus Sälipark betreibt. Eine Änderung des Bezahlmodells ist dort nicht in Aussicht. «Die Parkplätze im Sälipark sollen in erster Linie unseren Kundinnen und Kunden zur Verfügung stehen, damit sie ihre Einkäufe bei uns erledigen können», sagt Mediensprecherin Andrea Bauer. Deshalb sei die erste Parkstunde gratis. Migros Aare wisse aus Erfahrung, dass man seinen Einkauf innerhalb einer Stunde meist erledigt habe. Anpassungen der Parkgebühren seien aus diesem Grund nicht vorgesehen.

Parkleitsystem soll die Suche nach einem Parkplatz vereinfachen

Das Bezahlmodell möglicherweise auf minütliche Abrechnung zu ändern, das könnte sich von allen angefragten Betreibern nur die W. Thommen AG vorstellen. Man wolle dazu aber noch die Einführung beziehungsweise die Umsetzung des Parkleitsystems abwarten. Dies werde sowieso einige Umstellungen mit sich bringen, meint Blaser. Das Parkleitsystem soll die Suche nach einem Parkplatz vereinfachen. In Olten sollen zum Beispiel bald grosse Anzeigetafeln darüber informieren, in welchem Parkhaus oder städtischem Parkgebiet es freie Abstellplätze gibt.

Fast alle von der Redaktion analysierten Parkhäuser rechnen im Stunden- oder Halbstundentakt ab. Sie wechseln – wenn überhaupt – erst ab 4 bis 5 Stunden auf viertelstündliche Abrechnung. Eine stadtweite Ausnahme ist das Parkhaus Ring, welches bereits ab der ersten Stunde alle 15 Minuten abrechnet. Dass man dort wegen des höheren Grundtarifs dennoch teurer parkiert als an anderen Standorten, zeigt sich im Vergleich (siehe Tabelle links). Als Fazit lässt sich sagen: Eine Abrechnung auf die Minute genau ist zwar kundenfreundlicher. Das Parkieren ist im Vergleich mit anderen Abrechnungsmodellen aber nur günstiger, wenn der Grundtarif nicht zu teuer ist.

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