Der Bündner Liedermacher Linard Bardill ist an die Oltner Kabarett-Tage gekommen, um das Märchen «Hans im Glück» zu erzählen. Er stand gestern Freitagmorgen um 9 Uhr gemeinsam mit Bassist Bruno Brandenberger vor über 100 begeisterten Kindern auf der Bühne der Oltner Schützi.

Schülervorstellung bei den Oltner Kabarett-Tagen 2017: Linard Bardill und die Schülerschaft im Ententanz

Mit seinem unverkennbaren Bündner Dialekt begann er von Hans zu erzählen, der nach Jahren der Arbeit zu seiner Mama zurückkehren will und einen 47 Kilogramm schweren Goldklumpen dabei hat. Schon bald stimmte Bardill das erste Lied an und forderte die Kinder auf, mitzusingen. Diese waren voll Freude dabei und machten schon bald bei jedem Lied ungefragt mit.

Doch nicht nur wegen der Lieder war die Veranstaltung ein Klangerlebnis: Jedes Mal, wenn Hans etwas tauschte, wurde das von Bardill mit den Kindern klanglich untermalt. Zuerst tauschte Hans den Goldklumpen gegen ein Pferd. Danach das Pferd gegen eine Kuh und diese später gegen ein Schwein. Dazu sangen alle das bekannte Kinderlied «Siebe chugelrundi Söi». Nach dem Tausch des Schweins gegen eine Gans bildeten die Zuhörer eine riesige Polonaise durch den Saal und man konnte eindrücklich sehen, wie natürlich und unbeschwert Bardill mit den Kindern umgeht.

Bassist Brandenberger sass zwar die ganze Zeit gemütlich auf seinem Stuhl, trug aber nicht wenig zum Gesamterlebnis bei. Zum Beispiel vermochte er mit seiner Imitation von Tiergeräuschen und Instrumenten auf dem Kontrabass die Kinder, die alle vor der Bühne auf dem Boden sassen, zu faszinieren. Zum Schluss schloss Bardill den Kreis, indem er eine Variation des Einstiegsliedes anstimmte. Er forderte die anwesenden Lehrerinnen auf, den Refrain mitzusingen und kommentierte ihren Versuch so: «Geben Sie mehr Gas, das ist noch ein wenig Bonsai.»