Olten

Pizza, Pasta und Blumen to go: Gute Geschäfte im renovierten Bifanggebäude A55

Im Wohn- und Geschäftshaus Bifang A55 an der Aarauerstrasse kehrt schrittweise Leben zurück. Mittlerweile sind fast alle Gewerbelokale vermietet. Zuletzt ging ein portugiesischer Spezialitäten-Laden auf. Nur mit der Vermietung der Wohnungen harzt es noch: Rund ein Drittel stehen derzeit leer.

«Bifang A55» steht mit grossen goldigen Buchstaben auf der Fassade geschrieben. Unter dem Schriftzug sind Schaufenster, darüber ein Wohnhaus. Der Gebäudekomplex wurde letztes Jahr renoviert. Seit Februar gingen immer wieder neue Geschäfte auf. Der letzte Laden, der den Betrieb aufgenommen hat, ist die Bäckerei Delicia.


Die grossen Bilder in der Bäckerei zeigen Lissabon; denn hier kann man portugiesische Spezialitäten kaufen. Pastel de Nata, die Blätterteigspezialität, stehen verführerisch in der Vitrine. Ende September wurde der südländische Spezialitätenladen eingeweiht. «Ein sizilianischer Pizzaiolo macht Pizzas am Mittag», erklärt die Geschäftsführerin Margherita Alioto. Sie hofft, dass sie viel Kundschaft von den verschiedenen Bildungsinstitutionen gewinnen kann. Studenten erhalten etwa einen Rabatt. Im Lokal gibt es nicht viele Sitzplätze, da Alioto auf den Take-away-Betrieb setzt: «Wir haben viele Kunden, die beim Vorbeigehen bei uns einen Kaffee zum Mitnehmen holen.» Sie störe die laute Unterführungsstrasse überhaupt nicht. Im Gegenteil: je mehr Betrieb, desto besser fürs Geschäft.


Das sieht Kathrin Husi-Frei genauso. Sie ist die Geschäftsführerin des Blumenhauses Frei. Seit letztem Mai ist der Laden im Bifanggebäude. Der Blumenladen ist nicht direkt an der Unterführungsstrasse wie die Bäckerei, sondern an der ruhigeren Aarauerstrasse. Vorher war der Laden 23 Jahre an der Ringstrasse zu Hause. Nach der Umfahrung und der Einführung von Tempo 20 an ihrem alten Standort sei der Umsatz massiv eingebrochen. «Laufkundschaft und Verkehr sind gut fürs Geschäft», erklärt Husi-Frei. Am neuen Standort sei das wieder geben: Das lebendige Quartier und auch die Parkplätze vor ihrem Geschäft sorgen für viel Laufkundschaft. Sie habe zwar schon einige Kunden durch den Standortwechsel verloren, aber das sei durch neue wieder wettgemacht worden. Viele Stammkunden seien ihr treu geblieben.


Innenausbau durch die Geschäfte

Die neuen Räumlichkeiten hat der Blumen Frei nach seinen Bedürfnissen gestalten können. Dank den hohen Räumen wird Husi-Frei wieder ausgefallenere Dekokonzepte realisieren. «Ich freue mich schon auf unsere Winterdekoration», sagt sie lachend.
Auch in der Gusto-Bar nebenan klingt es ähnlich. Snezana Nicolic steht hinter den Tresen des selbst ernannten Gourmet-Take-away und macht gerade einen Cappuccino für eine Kundin. Nicolic ist die Partnerin des Geschäftsführers Ali Principi. Die Inneneinrichtung haben sie selber gemacht. Es halle noch ein wenig, was bei vollem Betrieb über Mittag störend sei. Dieses Problem werden sie jetzt aber mit Massnahmen lösen. Der Pasta-Take-away macht seinen Umsatz hauptsächlich über Mittag. «Am Abend könnte es tatsächlich besser laufen», sagt Nicolic. Zufrieden mit dem Standort sei sie aber allemal.


Daneben steht die Türe des K Kiosks offen. Drinnen plaudert ein älterer Herr mit der Verkäuferin Edita Fazlic. «Mir gefällt es hier sehr», sagt Fazlic begeistert. Es sei hell im Laden und die Stammkundschaft sei sehr nett. In den Herbstferien sei es zwar merklich ruhiger, da habe sie auch mal Zeit für einen Schwatz und wendet sich wieder dem Kunden zu.
Besitzer des A55 hat in der Zwischenzeit gewechselt


Die Herbstferien werden auch in der Saner Apotheke bemerkt. Das Geschäft ist schon seit Februar im Gebäudekomplex. «Wir sind froh, dass jetzt immer mehr Läden Leben ins Bifang-Gebäude bringen», sagt die Co-Geschäftsführerin Vera Baranzini. Sie seien gut gestartet. Dies auch dank dem Umstand, dass der Kundenstamm der Bifang-Apotheke übernommen werden konnte. «Es ist ein tolles und modernes Quartier», sagt die Aarauerin begeistert. Sie würden täglich neue Kunden gewinnen. Besonders den Wochenmarkt schätzt sie sehr.


Noch stehen zwei Gewerbelokale an der Unterführungsstrasse frei. «Wir sind mit Interessenten im Gespräch, sind aber wählerisch, weil wir auf einen guten Mietermix Acht geben», sagt Raoul Bachmann. Der Inhaber der LC Lake Lucerne Capital AG hat das Wohn- und Geschäftshaus Anfang Oktober weiterverkauft an die Novavest Real Estate AG mit Sitz in Zürich. Er hätte Geld gebraucht, um seine anderen Immobilienprojekte weiterzuentwickeln, sagt er. Mit der Vermietung sei er zufrieden gewesen. Mit einer Ausnahme: Er hatte Mühe, die 4-Zimmer-Wohnungen zu vermieten. Derzeit stehen noch rund ein Drittel der 43 Wohnungen leer.

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