Das Frühlingswetter kommt und mit ihm auch die Glace-Saison. Das freut nicht nur die Gelati-Liebhaber, sondern auch die Glace-Verkäufer. In Olten haben sich zwei Betriebe auf Glace spezialisiert: die Glace-Galerie und die Gelateria Olten. Dank ihrer Strategie kommen sie aber auch ohne sonniges Wetter aus.

«Wir haben das ganze Jahr über geöffnet», sagt Hans Peter Rubi, Geschäftsführer der Glace Galerie, stolz. Am Klosterplatz gibts seit 2014 nicht nur exotische Glacesorten, sondern auch Schweizer Glace aus regionalen und natürlichen Rohstoffen.

Schön und gut. Aber wie viele Leute beissen bei kaltem Wetter gerne in die farbige Eismasse? «Sie täuschen sich, wenn Sie denken, dass es wenige sind», sagt der 64-jährige gelernte Konditor-Confiseur Rubi. Klar, es sei ruhiger im Winter, doch würden Kunden auch ohne Sonnenschein regelmässig die Glace Galerie aufsuchen.

Angelockt werden die Geniesser offenbar von den aussergewöhnlichen Glacesorten, die Rubi teilweise auch selber entwickelt. Wie kürzlich die Drei-Tannen-Bier-Sorte mit Hopfen vom Schlatthof in Wolfwil und Oltner Drei Tannen Bier. Zudem bietet er auch Glace-Torten an.

Zusammenarbeit mit Restaurants?

Im Vorfeld der offiziellen Glace-Saison trifft er keine besonderen Vorbereitungen. «Steigt die Nachfrage, kann ich schnell für Nachschub sorgen», sagt Rubi, der sein Speiseeis selber herstellt. Wenn er Glace produziert, dann sind es wegen der aufwendigen Reinigung gleich etwa sieben Sorten aufs Mal. Drei Tage lang dauert dann die Herstellung.

Rentiert der grosse Aufwand? «Die Rechnung ist letztes Jahr knapp aufgegangen», sagt Hans Peter Rubi. Dies trotz des langen, heissen Sommers. «Ist es draussen zu warm, sind eben auch weniger Leute unterwegs.» Um das Geschäft rentabler zu machen, überlegt sich Rubi, mit Restaurants zusammenzuarbeiten.

Auf eine andere Strategie greift die Gelateria Olten zurück. Im Frühling und Sommer bietet sie vor allem Glace an, und sobald es im Herbst kühl wird, verwandelt sie sich in die «Suppenstube». Dank diesem Wechsel-Konzept kann der Betreiber Anfang und Ende Saison sehr flexibel auf die Nachfrage reagieren.

«Letztes Jahr hatten wir bis Mitte Oktober Glace-Betrieb», sagt Dominique Mattenberger, Geschäftsführer Hotel Olten, dem auch die Gelateria/Suppenstube angehört. «Sobald das Thermometer aber weniger als fünf Grad anzeigt, fragen die Kunden mehr nach Suppe», sagt er.

Kunden bestimmen mit

Dieser Winter sei aufgrund der milden Temperaturen eine Herausforderung gewesen. «Es war schwierig, die gefragte Menge an Suppe abzuschätzen.»

Mattenberger will den jungen Betrieb stets weiterentwickeln. «Dabei lassen wir uns von unseren Stammkunden inspirieren.» Diese machen aktuell drei Viertel seiner Kundschaft aus. Aufgrund ihrer Rückmeldung bietet er zum Beispiel im Sommer täglich zwei Suppen an, im Herbst auch eine grosse Auswahl an heisse Schoggi und ab dieser Saison neu auch Milkshakes und Waffeln am Stil.

Gelati! Gelati! Gelati!

«Darauf freuen sich die Kunden wohl schon, denn die Nachfrage nach Gelati bildet sich langsam», sagt Mattenberger. Deshalb steht auch die Umwandlung der Suppenstube in die Gelateria kurz bevor. Morgen, 1. April, will Mattenberger mit seinem Team, das aus einer Festangestellten und einem Aushilfen-Pool von Studenten besteht, richtig loslegen. Anbieten wollen sie ganze 21 Sorten Glace.