Olten
Sauwetter: Wenigstens die Schwimmer haben Freude

Es will einfach nie richtig Badiwetter sein in diesem Jahr; das schlägt sich auch im Strandbad Olten in den Besucherzahlen nieder.

Urs Huber
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Thomas Müller: «Noch dauert die Saison bis 15. September», sagt er hoffnungsvoll.

Thomas Müller: «Noch dauert die Saison bis 15. September», sagt er hoffnungsvoll.

Bruno Kissling

Es ist, als würde er die Frage nach seiner Einschätzung der Badesaison 2021 ungern hören. Und so räuspert sich der Leiter der Oltner Bäderbetriebe, Thomas Müller, lehnt sich in seinen Büro zurück und sagt dann: «Also, die Saison hat begonnen, dann war sie und das ist sie noch jetzt.» Er lacht. Er ist so etwas wie die Zuversicht in Person. «Noch dauert die Saison bis zum 15. September, also noch gut einen Monat. Da kann sich die Besucherzahl aus dieser Saison durchaus noch etwas erholen» meint er.

Rund 60'000 Besuchenden gezählt

Bis Ende Juli zählte das Strandbad Olten 60'633 Besuchende. Die Tages-Rekordbesucherzahl in dieser Saison lag bei rund 2600 Gästen. «Das war im Juni», sagt Müller. Gut möglich, dass trotz allem Optimismus die letztjährige Besucherzahl nicht mal annähernd erreicht wird. Damals wurden Corona bedingt 101'011 Eintritte gezählt. Die tiefste Zahl seit mindestens 1999, sieht man von der Hochwassersaison 2007 und der teilweise nicht funktionierenden Eintrittskontrolle 2008 ab. Für beide Saisons liegen nämlich keine konkreten Eintrittszahlen vor. 2019 zählte man bei Saisonschluss gut 147'600 Eintritte. «Letztes Jahr, das war natürlich noch einmal was anderes», so Müller. Limitierte Besuchereintritte, verspäteter Saisonbeginn. Und auch heuer zählt neben dem Wetter die Coronafrage zu den Faktoren, die sich eher hindernd auf gute Besucherzahlen auswirken.

Das Wetter schlägt auch auf’s Gemüt

Wenigstens die leidenschaftlichen Schwimmerinnen und Schwimmer würden bei diesen Bedingungen auf ihre Rechnung kommen, gibt Müller zu verstehen.

«Sie können jetzt in aller Ruhe ihre Bahnen ziehen.»

Nur wenn Gewitter drohten, würden sie leicht verärgert aus dem Wasser steigen. Am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr übrigens wurden bei knapp 20 Grad Lufttemperatur gut 230 Gäste gezählt, die sich schier unentdeckt auf dem weitläufigen Gelände tummelten. Die treusten Gäste sind der Grund, weswegen die Badi auch beim grössten Sauwetter nie ohne Gäste bleibt. Es sei denn, die technische Infrastruktur ist entscheidend beeinträchtigt. «Neun Tage blieben wird in dieser Saison schon ausserordentlicherweise geschlossen», ruft Müller in Erinnerung. Aber natürlich schlage das Wetter auch den Angestellten der Badi auf’s Gemüt. «Ja, wem schlägt dieses Wetter denn nicht auf die Stimmung», fragt Müller fast rhetorisch.

Ruhig und arbeitsreich

Es sei eine ruhige, aber trotzdem arbeitsreiche Saison, gibt der Leiter Bäderbetrieb zu bedenken. «Denn überlegen Sie, ob 2000 Gäste oder bloss deren 200 im Strandbad sind; der Betrieb wird trotzdem aufrechterhalten, die Aufgaben der Reinlichkeit, speziell in diesen Zeiten, werden trotzdem erledigt. Und auch die Kontrollgänge müssen durchgeführt sein; egal, wie viele Besuchende sich auf den Gelände aufhalten. Müller glaubt an die Wende, an die Wetterwende? Sein Optimismus ist unschlagbar. Nur schon deshalb wünscht man sich bis Mitte September nur noch strahlenden Sonnenschein.

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