Olten
Die Schöpferische Welt der einstigen Ordensschwester: Ein Blickfang in der Galerie Itel

Die Galerie Itel in Olten erinnert in einer Gedenkausstellung an die im Januar verstorbene Künstlerin Maria Raphaela Bürgi.

Urs Huber
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Martins Galerie Olten: Ausstellung mit Bildern der Ordensschwester, Zeichenlehrerin und Künstlerin SR. Maria Raphaela Bürgi.

Martins Galerie Olten: Ausstellung mit Bildern der Ordensschwester, Zeichenlehrerin und Künstlerin SR. Maria Raphaela Bürgi.

Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Anfang Januar ist sie in Ingenbohl verstorben, im Alter von knapp 98 Jahren: Maria Raphaela Bürgi, katholische Ordensschwester der barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz, Zeichenlehrerin und Künstlerin mit Oltner Vergangenheit. Nun läuft in der Oltner Galerie Itel eine Gedenkausstellung mit knapp 40 Werken, die ihr Schaffen aus den Jahren 1969 bis 2010 in eindrücklicher Weise widerspiegeln. Konkretes wechselt mit Inhalten eines mystisch durchzogenen Hintergrundes; nicht weniges mahnt gar an Marc Chagall, jenen französisch-russischen Maler, der als Poet mit Pinsel und Farbe gilt.

«Sie verstand es einmalig, in einer expressiv avantgardistischen Art die Bildräume zu beleben»,

bringt’s Kulturjournalistin Madeleine Schüpfer in ihren Gedanken zur Gedenkausstellung auf den Punkt.

«Ich kann mich gut an meine Tante erinnern», sagt Galeristin Brigitte Itel. Begeistert ist die Nichte, die alle Bilder der Ausstellung aus dem Kloster Ingenbohl bezogen hat, von deren pulsierender Farbenpracht. «Sind die Werke dunkel gehalten, hat meine Tante meist irgendeine Krise malerisch bewältigt», weiss die Nichte.

Galeristin Brigitte Itel ist die Nichte von Maria Raphaela Bürgi

Galeristin Brigitte Itel ist die Nichte von Maria Raphaela Bürgi

Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Das Wirken der Ordensschwester hat sich aber keineswegs auf Malerei beschränkt. Mehrere gestaltete Glasfenster, darunter jenes der christkatholischen Kirche in Starrkirch-Wil (Lebensbaum 1995) zeugen von der immensen Schaffenskraft und dem breiten Wirkungsfeld der Oltnerin. Peter Killer, ehemals Leiter des Kunstmuseums Olten, hat Ende der 1990er-Jahre in einem persönlichen Brief an Schwester Maria Raphaela Bürgi festgehalten: «Sie bleiben Sucherin und haben auf dem Gelungenen nie ausgeruht, sondern es stets als Ausgangspunkt für neue Wege verstanden.»

Bilder als sensibel arrangierte Einheit

Schwester Maria Raphaela hat ihr Schaffen selbst zu interpretiere versucht. «Der Künstler versucht die in den Seelentiefen schlummernden Bilder durch Meditation zu wecken, ans Licht zu heben und ihnen sichtbare Gestalt zu verleihen», hatte sich die Ordensschwester einst zitieren lassen. Am Ende ihrer Werke steht immer eine sensibel arrangierte Einheit, deren Interpretation dem Betrachtenden überlassen ist. Viele der gezeigten Werke in der Galerie Itel tragen deshalb auch keinen Titel.

Werke von SR. Maria Raphaela Bürgi bis 19. Dezember 2021; Galerie Itel, Olten. Do./Fr. 15 bis 18 Uhr; Sa. 14 bis 16 Uhr und So. 15 bis 18 Uhr.

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