Olten
Bouygues baut Standort aus: 45 Arbeitsplätze wechseln aus dem Aargau in die Rötzmatt

Bouygues Energies & Services zügelt einen Bereich aus dem Aargau nach Olten. Das bisherige Gebäude soll um ein Stockwerk erhöht werden.

Fabian Muster
Merken
Drucken
Teilen
Das bestehende Bouygues-Gebäude am Rötzmattweg 115 soll aufgestockt und eine Fotovoltaikanlage erhalten.

Das bestehende Bouygues-Gebäude am Rötzmattweg 115 soll aufgestockt und eine Fotovoltaikanlage erhalten.

Bruno Kissling

Die Gebäudetechnik-Firma Bouygues Energies & Services baut den Standort in Olten aus: 45 Angestellte eines Teilbereichs wechseln diesen März vom aargauischen Strengelbach in die Rötzmatt.

«Dank des Zuzugs von Bouygues E&S Prozessautomation etabliert sich Bouygues Energies & Services als einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Stadt Olten und im Kanton Solothurn»

, heisst es in der am Montag verschickten Medienmitteilung.

Die Fachleute in diesem Bereich sind darauf spezialisiert, Prozesse etwa bei Kehrichtverbrennungsanlagen oder in der Abwasseraufbereitung effizienter zu gestalten. Derzeit sind 170 Angestellte am Standort Olten beschäftigt. Mit dem Zuzug werden es wieder über 200 Arbeitsplätze sein – also ähnlich viele wie vor der Übernahme der Alpiq-Tochter InTec durch den französischen Baukonzern Bouygues Construction.

Bisheriger Standort wird für Millionenbetrag ausgebaut

Mit der Konzentration an einem Standort eröffnen sich «neue Wege in der Zusammenarbeit», sagt Geschäftsführer Daniel Dähler, verantwortlich für die Region Jura-Südfuss bei Bouygues. Man wolle die Kräfte bündeln und Synergien etwa im Bereich Elektro oder bei der Bewirtschaftung der Kunden nutzen. Zudem werde so das «schon breite Angebot für unsere Kunden bereichert». Das Portfolio in Olten umfasst neben dem erwähnten neuen Bereich auch Dienstleistungen im Bereich Elektro, Heizung, Sanitär, Lüftung, Klima oder ICT.

Mit dem Umzug des Bereichs Prozessautomation nach Olten muss auch das erst 2017 fertiggestellte Gebäude am Rötzmattweg 115 für einen siebenstelligen Betrag ausgebaut werden. Geplant ist, die Liegenschaft um eine Etage aufzustocken, um Raum für die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. «Dies ist zwingend, sonst sind wir blockiert», sagt Dähler.

Weil der Ausbau frühestens Ende Jahr abgeschlossen ist, müssen die bestehenden Angestellten am Rötzmattweg «zusammenrücken», wie es Dähler ausdrückt. Der Entscheid, den Standort im Aargau aufzugeben, sei nämlich relativ kurzfristig erfolgt. Mit dem Ausbau wird die Minergie-P-Liegenschaft in der Rötzmatt nochmals ein Stück effizienter und produziert mit der zusätzlich installierten Fotovoltaikanlage auf dem Flachdach mehr Energie, als sie verbraucht.

So könnte das Gebäude mit einer Etage mehr dereinst aussehen.

So könnte das Gebäude mit einer Etage mehr dereinst aussehen.

W. Thommen AG, Olten

Trotz der positiven Nachricht ging auch die Coronakrise nicht spurlos an der Bouygues -Tochter in der Region vorbei. So ist es laut Dähler im Servicegeschäft markant ruhiger geworden. Zudem würden in Gastro- und Hotelbetrieben kaum Investitionen getätigt. Kompensiert werde dies durch grössere Baustellen, auf denen man beschäftigt sei.

Im vergangenen Jahr schloss der Bouygues-Ableger im Rahmen des Budgets ab; gemäss Dähler will man aber 2021 im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 20 Prozent mehr Umsatz erwirtschaften. Das hat Auswirkungen auf die Belegschaft: Im vergangenen Jahr wurden rund 30 Arbeitsplätze am Standort Olten geschaffen – nun sollen weitere dazukommen. Derzeit sind rund 10 Stellen ausgeschrieben.