Olten

Ohne Budget fällt der Oltner Künstlerball dieses Jahr aus

Das Lachen ist den Frauen nicht vergangen: (vl.) Katja Herlach, Gabriele Bono und Dorothee Messmer.

Das Lachen ist den Frauen nicht vergangen: (vl.) Katja Herlach, Gabriele Bono und Dorothee Messmer.

Der vom Kunstmuseum und Kunstverein Olten organisierte Künstlerball fiel dem Finanz-Referendum zum Opfer und wird somit zumindest dieses Jahr nicht stattfinden.

Die Stadt Olten steht momentan ohne rechtskräftiges Budget da; das Kunstmuseum Olten indes ohne Künstlerball. «Der Erste Oltner Künstlerball vom 25. Januar hätte ein Fest für alle Leute werden sollen, die Freude an Kultur haben», erläutert Dorothee Messmer, Direktorin des Kunstmuseums dessen Ziel und Zweck. «Die Jahresausstellung wäre für diesen Anlass extra früher abgeräumt worden, damit die Werke während des Balls keinen Schaden nehmen», so die Kuratorin und stellvertretende Direktorin Katja Herlach.

Ein Fest für die Region also, das von Künstlern aus der Region gestaltet worden wäre: Denn spontan hätten sich gegen 20 Künstler bereit erklärt, für das leibliche Wohl der Gäste zu sorgen, mit Musik zu unterhalten, Videos zu zeigen, Kunstaktionen zu realisieren und auf jedem Geschoss eine Bar zu betreiben – und dies völlig unentgeltlich, «um nicht noch mehr Ausgaben zu generieren», so Messmer.

Referendum als Ursache

Tatsächlich hätte der Künstlerball gemäss Messmer kaum Sachausgaben zur Folge gehabt, lediglich Personal- und Putzkosten wären angefallen. Doch trotzdem haben sich das Kunstmuseum und der Kunstverein an einer kurzfristig einberufenen Sitzung am Montagabend gegen den Künstlerball entschieden. Warum?

Der Entscheid fusst auf dem durch das Referendum ausgelösten Budgetstopp und den damit verbundenen Sparmassnahmen. «Ein Beweggrund war, dass aufgrund der Finanzlage überall getrauert wird und wir jedoch ein Fest veranstaltet hätten; dies wäre ein falsches Signal gewesen», meint Gabriele Bono, Vizepräsidentin des Kunstvereins Olten.

Der Verzicht auf den Ball hat auch praktische Gründe: Die Jahresausstellung wäre laut Herlach für den Anlass frühzeitig geräumt worden. Danach hätte am 15. Februar die nächste Ausstellung eröffnet werden sollen. Doch diese wurde wegen der prekären Finanzlage Oltens abgesagt – das Museum wäre demzufolge nach dem Künstlerball leer geblieben. «Und ein Museum, welches nichts zeigt, muss nicht geöffnet haben», meint Herlach. Um diese Lücke zu verhindern, habe man in Absprache mit den an der Jahresausstellung beteiligten Künstlern beschlossen, diese zu verlängern. «Da die Ausstellung jetzt definitiv im Kunstmuseum bleibt, könnte der Künstlerball in der geplanten Form nicht durchgeführt werden», argumentiert Herlach.

Auch der Umstand, dass das Personal momentan ausserhalb der regulären Öffnungszeiten nicht eingesetzt werden kann – was am Künstlerball der Fall gewesen wäre – hätte ein Durchführen unmöglich gemacht, schiebt Herlach nach. «Wir mussten innerhalb der vorgegebenen Parameter handeln», fügt Bono hinzu. Und Messmer ergänzt: «Das Referendum erzwang diesen Entscheid.»

Die Stadt indes habe aber keinen Zwang ausgeübt. Zwar habe ein Austausch mit Stadtschreiber Markus Dietler stattgefunden, doch der Entscheid sei den Organisatoren des Balls überlassen worden, betont Messmer. Trotz unsicherer Planungslage «bleiben wir optimistisch», so Bono. «Im nächsten Jahr sollte der Künstlerball stattfinden», hofft Herlach ebenso zuversichtlich. Und Messmer bekräftigt: «Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.»

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