Petrus ist in diesem Jahr definitiv ein Fasnächtler. Zum Start vergangenen Mittwoch und Donnerstag zeigte sich das warme Vorfrühlingswetter, Freitag und Samstag gabs zwar einen leichten Durchhänger, aber zum Sonntag mit den diversen Fasnachtsumzügen in der Region waren wieder sonnig-warme 14 Grad Celsius angesagt. Die Leute kamen in Scharen. In Olten selbst sollen es rund 30'000 Schaulustige gewesen sein, die sich die 38 Nummern ansehen wollten. Wegen des garstig-kalten Wetters waren es letztes Jahr nur rund 20'000.

Mit der neuen 2,5 Kilometer langen Umzugsroute waren die im vergangenen Jahr kritisierten Staus kein Thema mehr. Bereits nach knapp eineinhalb Stunden war der Umzug vorbei. Doch weil die Route nun 800 Meter länger und sechs Nummern weniger unterwegs waren als 2018, gab es ein anderes Phänomen: Es kam teils zu längeren Abständen zwischen den Nummern. Die gesamte Römerstrasse von mehreren Hundert Metern war einmal für ein paar Minuten verwaist. Der Stimmung – zumindest unter den Kindern – tat dies keinen Abbruch: Die Konfettischlacht ging einfach auf der Strasse weiter.

Oltner Fasnachtsumzug 2019

Oltner Fasnachtsumzug 2019

Video-Impressionen vom Oltner Fasnachts-Umzug 2019 - angeführt von Obernaar Reto dr Auerletscht von der Säli-Zunft Olten

In diesem Jahr gab es mit den Kontermärschen eine weitere Neuerung: An drei Stellen der Route kreuzten sich die Guggen und Wägen. «Bei den Umzugsteilnehmer sind die Kontermärsche sehr gut angekommen», sagt Fukopräsident Beat Loosli. Die Fukoräte hatten deswegen aber alle Hände voll zu tun, weil sie etwa an der Ecke Baslerstrasse–Römerstrasse die Teilnehmer leiten mussten: Zuschauer wurden gebeten, weiter zurückzustehen; Guggen spielten auf engerem Raum; Wägen warteten kurz, bis eine Clique vorbei ging. Zudem seien die grossen Wägen gleich hintereinander geführt worden, damit sie sich bei den Kontermärschen nicht in die Quere kommen, sagt Loosli.

Die Wägen waren wie jedes Jahr aufwendig gestaltet, allerdings weniger politisch als auch schon. Noch am ehesten versuchte es die Banause-Zunft – «im Stadthaus bliibt am meischte liege, drum hets dort die meischte Fliege» –, die Höckeler-Zunft, die im Stadthaus ausmisten wollte, oder die Tannzapfe-Zunft, welche die Parkplätze unter Denkmalschutz stellen möchte und ihren Wagen als «Zollgrenzwache Tannzapfe-Südwest» betitelte.

Dominierender waren in diesem Jahr gesellschaftliche Themen: Die Guggi-Zunft erklärte die Welt zum Zirkus und fuhr mit einem nachgebauten Circus-Knie-Wagen vor. Die Fröscheweid-Zunft baute eine angeschnittenen Mortadella-Wurst nach, um das Restaurant Olivo vom Oltner Augenarzt Alex Heuberger aufs Korn zu nehmen. Die Oltner Läckerli machten auf Sommer und verteilten von ihrem Wagen aus Quietschenten oder Energydrinks. Die Rätschwyber funktionierten ihren Wagen zu einer Bar um und liessen Weisswein ausschenken. Andere Cliquen beschäftigten sich mit sich selbst: Die Säli-Zunft, welche mit Reto dr Auerletscht in diesem Jahr den Obernaaren stellt, kam dem Motto «Mia san Mia» getreu mit einem bayrischen Biergarten. Die Altstadt-Zunft reagierte darauf mit «Mer send ou mer». Und die Hilari-Zunft, die nächstes Jahr ihren 100. Geburtstag feiert, setzte die Eule, ihr Wappentier, gross in Szene.