Olten

Jachen Wehrli gewinnt den ersten Oltner Poetry Slam der Saison

Vermochte das Publikum in seinen Bann zu ziehen: Der Bündner Jachen Wehrli.

Vermochte das Publikum in seinen Bann zu ziehen: Der Bündner Jachen Wehrli.

Die Oltner «laut&deutlich»-Poetry-Slam-Trilogie ist vergangenen Freitag erfolgreich gestartet.

Letzten Freitag startete in der Schützi die Poetry-Slam-Trilogie des Vereins art i.g. in die vierzehnte Saison, und somit fand der 40. Slam dieser Serie statt. Olten erlebte ein vielseitiges Programm der Bühnenpoesie mit einer spannenden Mischung zwischen ernsten Texten sowie Performances gespickt mit Witz oder Nonsens. Der Abend startete mit Lt. Slam, einem Berner Musiker, welcher in die Welt des Folkrocks und Country entführte.

Unterhaltende Texte mit breiter Themenpalette

Die Organisatoren haben das Ziel erreicht, neue Poetinnen zu zeigen, und konnten einige im Slam eher seltene Frauen präsentieren. So konnten ernste und unterhaltende Texte in einer grossen Bandbreite von Themen über Beziehungen, Politik, Gender und den Alltag gehört und beklatscht werden. Das Ruder der Moderation hielten die beiden Trimbacher Fabienne Käppeli und Kilian Ziegler humorvoll und dennoch souverän in der Hand.

Der ehemalige u20-Schweizer-Meister Max Kaufmann aus Basel eröffnete mit einem Text über die Liebe, bevor der Lokalmatador «Vive le Charme» mit einer philosophischen Betrachtung der Steuererklärung zeigte, dass man ernste Gedanken geschickt in ein Alltagsthema verpacken kann. Nach Jonas Scheiner aus Wien, mit einem energiegeladenen, schnellen Text, setzte sich Lois Stettler mit dem Trauma des Tanzens und ihrem «Transmensch-Sein» auseinander. Remo Zumstein war schon oft in Olten und für seine Wortspiele bekannt. Als bei seiner Performance ein sehr ernster, autobiografischer Text folgte, waren gewisse Stammgäste überrascht und gleichzeitig positiv begeistert und berührt. Mit Mia Ackermann, Jennifer Unfug, Keembara und Tanasgol Sabbagh folgten vier starke, facettenreiche Frauen, welche erstmals in der Schützi waren und von Frausein, Vielfalt der Sprache, Kunst- und Selbstbetrachtungen oder der Jugendsprache sprachen. Mit Wortspielen über Alkohol unterhielt Claude Ziehbrunner, bevor Jachen Wehrli über eine Freibad-Szene sprach und dafür fast die Maximalnote erzielte.

Der Sieg wurde zwischen Jachen Wehrli, Remo Zumstein, Mia Ackermann und Claude Ziehbrunner ausgemacht. Im Finale zog Wehrli mit einem Text über seine Burnout-Erkrankung das Publikum in den Bann und konnte nach der letzten Applausabstimmung stolz Whisky und Pokal in die Höhe stemmen.

Die Veranstalter zeigten sich sehr erfreut, dass in Olten berührende, ernste Poetinnen das Finale erreichten und dass einige der Finalisten bereits am 3. Januar in der Schützi ihre Punkte um den Trilogiesieg verteidigen und allenfalls erhöhen werden.

Der Vorverkauf für den nächsten Slam ist bereits unter www.artig.ch möglich.

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