Olten

Im Säliquartier sollen Barrieren für unliebsame Besucher errichtet werden

Bruno Kissling

Keine Verbotstafel kann ihn stoppen, den Schleichverkehr.

Bruno Kissling

Sperren auf der Reiser- und Riggenbachstrasse sollen den Schleichverkehr im Quartier rechts der Aare minimieren. Nicht nur das Stadtrat, sondern auch das Parlament will den Fluchtverkehr nun bekämpfen.

Es scheint, als wäre die Dringliche Motion von Ursula Rüegg (SVP) so etwas wie der endgültige Startschuss in eine Ära mit weniger Fluchtverkehr im Säliquartier. Jedenfalls hört sich die Antwort des Oltner Stadtrates so an. Dieser bestätigt darin die Wahrnehmung der Anrainer, die von einer grossen Zunahme des Durchgangsverkehrs sprechen.

In der Woche der Baustelleneröffnung Bahnhofquai Mitte Oktober wies die installierte Verkehrszählung eine Zunahme von 70 Prozent aus, in der folgenden Woche kamen weitere 5 Prozent dazu. In seiner Lagebeurteilung hält der Stadtrat fest: «Die gemessene deutliche Verkehrszunahme auf der Reiserstrasse lässt sich auf zwei Ursachen zurückführen: einerseits Fahrten von Automobilistinnen und Automobilisten, welche auf der Postkreuzung von Norden her Richtung Dulliken abbiegen müssen und dann verbotenerweise via Riggenbachstrasse den Weg durchs Quartier Richtung Aarburg suchen.» Andererseits würden Navigationsgeräte ihre Nutzer auf die Kurzstrecke via Wilerweg/Reiserstrasse leiten.

Verkehr nimmt in beide Richtungen zu

Überraschend für den Stadtrat ist die Feststellung, dass der Verkehr in beiden Richtungen auf der Achse Sälistrasse/Gartenstrasse/Feldstrasse zunimmt, «obwohl es derzeit keine objektiven Gründe für die Umfahrung des Postplatzes durchs Säliquartier gibt.» Denn die Kantonsstrasse in Richtung Süd-Ost und Ost-Süd wird durch die Baustelle Bahnhofquai gar nicht tangiert.

In seiner Antwort führt der Stadtrat unter anderem einen Massnahmenkatalog auf. Dessen einzelne Elemente finden in der öffentlichen Diskussion immer wieder als mögliche Gegenmassnahmen Erwähnung. Der Stadtrat aber bezeichnet diese als «nicht zielführend».

Darunter befindet sich etwa die flächendeckende Einführung von Tempo 20, die Kameraüberwachung zur Durchfahrtskontrolle, die Streichung gegenseitiger Durchfahrtsrechte für Bewohnende links und rechts des Wilerweges. Ebenfalls für wenig geeignet hält er die Umkehr des Verkehrsregimes Einbahnstrasse im Westen der Reiserstrasse (zwischen Säli- und Riggenbachstrasse).

Barrieren auf Riggenbach- und Reiserstrasse

Prüfenswert dagegen erscheinen der Exekutive die Einführung eines Klebers für Autos von Bewohnenden des Quartier. Dies erleichtere Kontrollen und fördere auch die soziale Kontrolle. Als weitere wirksame Steuerungsmöglichkeit sind auch Barrieren denkbar, welche die Durchfahrt für Unberechtigte verhindern. Gedacht wird an eine solche für die Riggenbachstrasse, Höhe Kindergarten, für den Umfahrungsverkehr Postkreuzung Richtung Aarburg; in Ergänzung dazu eine Barriere auf der Reiserstrasse zwischen Wilerweg und Maria-Felchlin-Platz für die Unterbrechung der Fahrt auf der ganzen Reiserstrasse.

Viele der Massnahmen sollen in einem befristeten Versuchsbetrieb getestet werden, informiert der Stadtrat weiter. Dabei stützt er sich auf die Bereitschaft der Quartierbewohner, die Versuche auch zuzulassen. Die Massnahmen würden etwa mit Polizei, dem Busbetrieb Olten Gösgen Gäu und dem Amt für Verkehr und Tiefbau in naher Zukunft erörtert. Mehrere Tausend Fahrzeug täglich würden bei der Umsetzung jedenfalls zurück auf die Hauptverkehrsachsen verlagert.

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