Oltner Film

Hinter den Kulissen: Seine grösste Produktion wurde durch sein Leben inspiriert

Der Filmemacher Peter Bolliger aus Olten wurde für seinen aktuellen Film von seinem eigenen Leben inspiriert.

Der Filmemacher Peter Bolliger aus Olten wurde für seinen aktuellen Film von seinem eigenen Leben inspiriert.

Der Regiesseur des Spielfilms «Vom Leben verrückt» Peter Bolliger erzählt von der Realisierung seines Projektes. Inspiriert wurde er von seinem eigenen Leben, denn seine Mutter erkrankte an Demenz.

Der Oltner Regisseur Peter Bolliger hängte vor sieben Jahre seinen Beruf als Dispositionsleiter Warenbeschaffung bei Coop an den Nagel und machte sein Hobby zum Beruf: Er gründete die Firma Peters Filmwerkstatt (wir berichteten). Filme realisiert er aber schon, seit er 22 Jahre alt ist. «Anfangs habe ich die Kamera meines Vaters benutzt, der damit Ferienfilme machte», sagt er. Er habe ihm zeigen wollen, dass man auch spannende Filme machen kann, sagt er und lacht. Sein erster Film war ein Vampirfilm, den kaum jemand sehen wollte. Über die Jahre wuchs sein Erfahrungsschatz und die Qualität der Produktionen wurde besser. «Heute könnte ich die ersten Filme gar nicht mehr schauen», meint er.

Fachliche und emotionale Auseinandersetzung

Seit er selbstständig ist, hat er schon einige Projekte realisiert. 2014 kam der Krimi Todesfall in die regionalen Kinos. Insgesamt 1200 Menschen haben sich diesen Film angeschaut. Zwei Jahre später veröffentlichte er den Dokumentarfilm «Wer Freude sät – Leben auf dem Bauernhof» über den Buechehof in Lostorf. Für diese Produktion filmte er ein Jahr lang die Bewohner der sozialen Einrichtung und lockte 900 Menschen in die Kinos. Zum ersten Mal stand in diesem Film Peter Schurter hinter der Kamera. Der Kameramann ist auch bei seinem neusten Film «Vom Leben verrückt» dabei.

Das Drehbuch wurde durch Bolligers Leben inspiriert: Seine Mutter leidet seit einigen Jahren an Demenz. Er begleitet sie seit Anfang an und musste erst den Umgang mit demenzkranke Menschen lernen. «Ich habe mich fachlich und emotional mit diesem Thema auseinandersetzen müssen», erklärt der 54-Jährige. Er habe dabei bemerkt, dass dieses Thema viele Menschen bewegt und berührt.

Mit dem neuen Spielfilm will Bolliger dem Publikum die Welt des demenzkranken Jakobs aufzeigen. Er will den Zuschauer berühren und unterhalten. Ein Quäntchen Aktivismus ist auch dabei: So hofft er, dass er mit diesem Film Angehörigen demenzkranker Menschen helfen kann. Er arbeitet mit Alzheimer Schweiz zusammen, die ihn bei der Kommunikation unterstützen.

Obwohl Bolliger schon Filme mit grösserer Besetzung gedreht hat, ist dieser Film seine aufwendigste und teuerste Produktion: 200 000 Franken kostet sie insgesamt. Ein Teil wurde vom Kulturfonds des Kantons Solothurn finanziert, den Löwenanteil machen Sponsorengelder der Raiffeisen-Bank und des Süssgetränk-Herstellers Alpenfresh aus. (jfr)

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