Dulliken

Hiestand: «Dieser Bäckerei bedeutet das Gesetz gar nichts»

Wiederholte Schwarzarbeiter in Dulliker Grossbäckerei

Schwarzarbeiter bei Dulliker Bäckerei

Eine Bäckerei in Dulliken SO ist bei den Behörden längst bekannt: Total 15 Schwarzarbeiter sind bei drei Kontrollen innerhalb eines Jahres bei dem Unternehmen aufgeflogen. «Das ist eine reine Mafia», sagt jetzt ein ehemaliger Mitinhaber.

Die Rollläden sind herunter gelassen, überall liegen Transportkisten herum, nirgends brennt Licht. Die Bäckerei sieht verlassen aus. Bei der Bäckerei im solothurnischen Dulliken sind innerhalb eines Jahres bei drei Kontrollen der Behörden 15 Schwarzarbeiter erwischt worden.

Das Beschäftigen von illegal angestellten Ausländern habe bei der Geschäftsleitung System. «Das Gesetz bedeutet den Besitzern überhaupt nichts. Das ist eine ziemliche Mafia», sagt Samuel Hiestand gegenüber Tele M1. Er ist der Stiefsohn des Gipfeli-Königs Fredy Hiestand und war knapp ein halbes Jahr an dem Unternehmen beteiligt.

Für Schwarzarbeiter Wohnung gemietet

Die Geschäftsleitung hätte laut dem ehemaligen Mitinhaber Samuel Hiestand für die illegalen Arbeiter sogar eine Wohnung in der Stadt Olten gemietet. Die Schwarzarbeiter werden von dem Besitzer in der Wohnung in Olten abgeholt und von dort mit einem Bus nach Dulliken gefahren. Dort fahren sie direkt in die Garage. Das Garagetor schliesst sich und die Leute steigen aus. Nach der Arbeit am Morgen werden sie wieder in die Wohnung verfrachtet», beschreibt Hiestand die Machenschaften der umstrittenen Bäckerei.

Das Solothurner Amt für Wirtschaft und Arbeit, zuständig für die Bekämpfung von Schwarzarbeit, bestätigt gegenüber Tele M1 den Fall.

Die Bäckerei ist beim Departement einschlägig bekannt: «Es ist so, dass der Besitzer trotz Vorstrafen immer wieder Schwarzarbeiter anstellt. Irgend einmal sind die Strafen, welche wir aussprechen, dann doch so abschreckend, dass es nicht mehr passieren sollte», sagt Jonas Motschi, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit. Aber trotzdem: Den Laden schliessen können die Behörden nicht.

Von der Geschäftsleitung war für Tele M1 am Montag niemand zu erreichen. Die Bäckerei in Dulliken SO stand bereits im Jahr 2009 in den Schlagzeilen. Der «Blick» berichtete damals schon über das Unternehmen – der damalige Titel der Geschichte: «Der Grüsel-Beck von Dulliken». (sha)

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